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Somalische Piraten kamen etappenweise

veröffentlicht am 21.02.2011


Von den Anfängen bis heute hat die Piraterie vor der Küste Somalias drei Phasen durchlaufen. Dabei entwickelten sich die somalischen Piraten laut Michael Ashkenazi vom Bonn International Center for Conversion (BICC) von einfachen Gelegenheitsverbrechern zu hoch spezialisierten Gewaltunternehmern.

 

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Frankfurt/Main - Von den Anfängen bis heute hat die Piraterie vor der Küste Somalias drei Phasen durchlaufen. Dabei entwickelten sich die somalischen Piraten laut Michael Ashkenazi vom Bonn International Center for Conversion (BICC) von einfachen Gelegenheitsverbrechern zu hoch spezialisierten Gewaltunternehmern.


Zunächst verteidigten sich somalische Fischer lediglich gegen Konkurrenten aus Kenia, Tansania und Indien. Sie brachten die Schiffe der ausländischen Fischer auf und forderten eine Art Gebühr für die Ausbeutung der Fischgründe vor der somalischen Küste.


In einer zweiten Phase übernahmen einflussreiche Kriegsherren in Somalia die Organisation der Kaperfahrten. Nun entführten die Piraten auch Frachtschiffen und Tanker internationaler Reedereien in Küstennähe und erpressten Lösegeld. Die Gewinne flossen in die Heimatdörfer der Piraten oder wurden in neue Ausrüstung für weitere Angriffe investiert.


In der gegenwärtigen dritten Phase operieren die Piraten von Mutterschiffen inmitten des Ozeans aus und greifen die Tanker und Frachter auf Schnellbooten an. Nach Auffassung von Ashkenazi sind die somalischen Piraten mittlerweile Teil der organisierten Kriminalität und in internationale Netzwerke eingebunden.


Berichten zufolge werben Broker auf der ganzen Welt finanzielle Mittel für geplante Kaperfahrten ein und bieten Anlegern Investitionsmöglichkeiten in zukünftige Piratenangriffe. Das Freibeutergeschäft ist äußerst lukrativ: 25 Prozent des oft mehrere Millionen Dollar hohen Lösegelds gehen nach einem Bericht der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) an die Finanziers.


"Die Piraten verfügen über moderne Waffen und Schiffe, ausgereifte Kommunikationssysteme und teilweise wohl auch über Informanten in Reedereien und Schifffahrtsbehörden", sagt Ashkenazi.


In Somalia droht Piraten kaum Verfolgung durch die Behörden. Das Land verfügt seit Jahren über keinerlei staatliche Strukturen und die von Soldaten der Afrikanischen Union geschützte Regierung herrscht gerade mal über wenige hundert Quadratmeter im Zentrum der Hauptstadt Mogadischu.


Die Lösegelder hingegen sind nicht an den gescheiterten Staat Somalia gebunden, sie werden rund um den Globus investiert und gewaschen. Deshalb schlägt die Politikwissenschaftlerin Anja Jakobi vor, die Ströme des Lösegeldes zu verfolgen und die Piraterie damit weniger lukrativ zu machen. Mit der Bekämpfung der Geldwäsche könnte man die Profiteure im Hintergrund aufspüren und den internationalen Markt für Investitionen in Kaperfahrten trockenlegen, schreibt sie in einer Analyse der HSFK.  (© AP)



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