Tillich erwartet von Bahn schnelle Investitionen in ostdeutsche Fahrgast-Sicherheit
veröffentlicht am 06.02.2011

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat von der Deutschen Bahn AG schnelle Investitionen in die Sicherheit der Fahrgäste in Ostdeutschland gefordert. "Es empört mich, jetzt feststellen zu müssen, dass es einen Investitionsstau Ost gibt", sagte Tillich in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu" mit Blick auf das schwere Zugunglück in Sachsen-Anhalt am letzten Januar-Wochenende.
Berlin - Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hat von der Deutschen Bahn AG schnelle Investitionen in die Sicherheit der Fahrgäste in Ostdeutschland gefordert. "Es empört mich, jetzt feststellen zu müssen, dass es einen Investitionsstau Ost gibt", sagte Tillich in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu" mit Blick auf das schwere Zugunglück in Sachsen-Anhalt am letzten Januar-Wochenende.
Es könne nicht sein, dass bei der Sicherheit der Fahrgäste gespart werde, um auf einer Schnellstrecke wie zwischen München und Berlin einer Verkürzung der Fahrzeit um zwölf Minuten den Vorzug zu geben. Das sei nicht akzeptabel. Tillich forderte Bahn-Chef Rüdiger Grube auf, "schnellstens zu handeln". Investitionen in die Sicherheit der Fahrgäste im Regional- und im Fernverkehr müssten absoluten Vorrang haben.
In Sachsen seien die etwa 170 Kilometer eingleisigen Schienenstrecken unter Landesaufsicht bereits komplett mit dem automatischen Bremssystem PZB ausgestattet worden, sagte der Ministerpräsident. "Auf den rund 1.000 Kilometern eingleisiger Bahnstrecken mit Personenverkehr im Freistaat, die in Verantwortung des Bundes liegen, muss die Bahn AG unverzüglich tätig werden. Vorrang haben die hochfrequentierten Strecken."
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte allerdings am Wochenende in einem Interview betont, dass der Zugunfall bei Hordorf mit zehn Toten nicht auf das Versagen der Deutschen Bahn zurückgehe. "Hätte der Güterzug die Haltesignale nicht - wie es scheint - überfahren und wäre er dem Aufruf zum Nothalt gefolgt, wäre dieser Unfall nicht passiert", sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung".
Die Bahn sei seit geraumer Zeit dabei, zahlreiche Strecken mit dem Sicherheitssystem PZB nachzurüsten. Dazu erhalte sie vom Bund 2,5 Milliarden Euro. Er begrüße es, dass Bahnchef Grube zugesichert habe, zusätzliche eingleisige Strecken mit Sicherheitssystemen auszustatten. (© AP)




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