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Die Mittäterschaft der Industrie im Dritten Reich

veröffentlicht am 27.01.2011


In Erfurt ist am Holocaust-Gedenktag auf dem ehemaligen Firmengelände von Topf & Söhne an die Mittäterschaft der Industrie erinnert worden. Das Unternehmen hatte während des Nationalsozialismus Krematoriumsöfen unter anderem für das Vernichtungslager Auschwitz konstruiert. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte: "Die Beteiligten wussten, was in den Lagern geschah.

 

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Erfurt - In Erfurt ist am Holocaust-Gedenktag auf dem ehemaligen Firmengelände von Topf & Söhne an die Mittäterschaft der Industrie erinnert worden. Das Unternehmen hatte während des Nationalsozialismus Krematoriumsöfen unter anderem für das Vernichtungslager Auschwitz konstruiert. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte: "Die Beteiligten wussten, was in den Lagern geschah.


Sie wussten, wofür die Anlagen benötigt wurden. Und dennoch halfen sie bereitwillig mit." Schuld hätten in der NS-Zeit nicht nur diejenigen auf sich geladen, die die Massenmorde angeordnet und ausgeführt hätten, sondern auch alle, die nicht nach den Konsequenzen ihres Handelns gefragt hätten.


Bei der Gedenkstunde in der thüringischen Landeshauptstadt, mit der zugleich der Erinnerungsort eingeweiht wurde, sagte Kultusstaatssekretär Bernd Neumann (CDU): "Dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen kommt in der deutschen Erinnerungskultur eine unvergleichlich hohe Bedeutung zu, jetzt und für alle Zeiten." Die Besucher der Gedenkstätte würden mit Fragen nach den Tätern und ihren Motiven konfrontiert. Ohne Zwang und ohne erdenkbares Zögern hätten die Mitarbeiter der Firma durch die Entwicklung von Entlüftungsanlagen und Krematoriumsöfen "der SS mit Rat und Tat bei der Organisation des Massenmords zur Seite gestanden", sagte Neumann.


Landtagspräsidentin Birgit Diezel (CDU) bezeichnete den Gedenkort als eine "Stätte der Kollaborateure". Die Firma Topf & Söhne stehe stellvertretend für die Beteiligung der deutschen Industrie am Holocaust.


Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Unternehmens Topf & Söhne war in den vergangenen Jahren zum Erinnerungs- und Lernort ausgebaut worden. Kernstück ist die Dauerausstellung "Techniker der Endlösung", in der die Firmengeschichte aufgearbeitet wird.  (© AP)



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