Iran wirbt für weitere Atomgespräche
veröffentlicht am 23.01.2011

Nach dem Scheitern der jüngsten Atomgespräche mit Teheran hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad weitere Verhandlungen angeregt. Es könne Einigung erzielt werden, wenn sich die Weltmächte fair verhielten, sagte Ahmadinedschad am Sonntag dem iranischen Staatsfernsehen. Außerdem habe niemand erwartet, dass die Unstimmigkeiten in nur wenigen Gesprächsrunden beigelegt werden könnten.
Teheran - Nach dem Scheitern der jüngsten Atomgespräche mit Teheran hat der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad weitere Verhandlungen angeregt. Es könne Einigung erzielt werden, wenn sich die Weltmächte fair verhielten, sagte Ahmadinedschad am Sonntag dem iranischen Staatsfernsehen. Außerdem habe niemand erwartet, dass die Unstimmigkeiten in nur wenigen Gesprächsrunden beigelegt werden könnten. Die zweitägigen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm waren am Samstag in Istanbul ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
Grund für das Scheitern waren nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton unrealistische Forderungen Teherans. So habe der Iran verlangt, dass der UN-Sicherheitsrat als Voraussetzung für weitere Verhandlungen die gegen das Land verhängten Sanktionen aufhebe und dass die sechs anderen Gesprächsteilnehmer den vom Iran erhobenen Anspruch auf Urananreicherung anerkennen. An den Gesprächen nahmen neben dem Iran die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sowie Deutschland teil.
Zuvor hatte der Iran Asthon zufolge Vorschläge der sechs Verhandlungspartner zurückgewiesen, wonach das iranische Atomprogramm künftig von den Vereinten Nationen überwacht würde. Teheran sei auch nicht auf die Versuche der Gesprächspartner eingegangen, wieder internationale Verhandlungen ins Leben zu rufen, bei denen es um die Ausfuhr angereicherten Urans aus dem Iran gehen sollte. Dabei hätte Teheran für die Ausfuhr einer bestimmten Menge angereicherten Urans als Gegenleistung Brennstäbe für seinen Forschungsreaktor bekommen, erklärte Ashton.
"Wir hatten gehofft, eine detaillierte und konstruktive Diskussion über diese Ideen zu führen", sagte die EU-Außenbeauftragte. "Aber es ist klar geworden, dass die iranische Seite nicht dazu bereit ist, es sei denn, wir stimmen den Vorbedingungen im Zusammenhang mit (Uran)-Anreicherung und Sanktionen zu."
Die Urananreicherung steht im Zentrum des Atomkonflikts mit dem Iran, dem der Westen vorwirft, sein ziviles Programm auch zur Entwicklung von Nuklearwaffen zu nutzen. Anlass zur internationalen Sorge gibt vor allem die Möglichkeit, dass der Iran sein Urananreicherungsprogramm für die Entwicklung von Atomsprengköpfen nutzten könnte. Dies könnte nach jüngsten israelischen Schätzungen bis 2014 der Fall sein. Nach iranischen Angaben ist Ziel des Programms die Stromerzeugung.
Auch wenn es keinen Termin für neue Atomgespräche mit dem Iran gebe, blieben die Vorschläge der sechs Verhandlungspartner "auf dem Tisch", sagte Ashton weiter. "Unsere Tür bleibt offen. Unsere Telefonleitungen bleiben offen." Eine Fortsetzung des Verhandlungsprozesses sei von einer positiven Reaktion des Irans abhängig, erklärte die Britin weiter. Man werde nun abwarten um zu sehen, ob Teheran positiv reagieren werde.
Am ersten Verhandlungstag in Istanbul am Freitag hatte der Iran erklärt, sein Programm zur Urananreicherung stehe nicht zur Diskussion. Stattdessen präsentierten die iranischen Vertreter eine breite Palette an Themen, über die sie zu diskutieren bereit waren: globale Abrüstung, das vermutete Atomarsenal Israels und die Sorgen Teherans über US-Militärstützpunkte im Irak und anderen Orten. (© AP)




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