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Michael Jacksons Privatarzt beruflich vor einem Scherbenhaufen

veröffentlicht am 04.01.2011


Es hätte der Traumjob schlechthin werden können. Stattdessen sitzt Conrad Murray nun vor Gericht, mit ramponiertem Ruf und hoffnungslos verschuldet. Mitte 2009 hatte der Mediziner als Leibarzt von Michael Jackson angeheuert.

 

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Frankfurt/Main - Es hätte der Traumjob schlechthin werden können. Stattdessen sitzt Conrad Murray nun vor Gericht, mit ramponiertem Ruf und hoffnungslos verschuldet. Mitte 2009 hatte der Mediziner als Leibarzt von Michael Jackson angeheuert. Wenig später war der "King of Pop" tot - gestorben an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol. Murray, der dem Popstar das Mittel verabreichte, stand bald im Mittelpunkt der Ermittlungen. Ob die Beweise für einen Prozess reichen, soll eine vorläufige Anhörung in Los Angeles klären, die am Dienstag eröffnet wurde.


Der Arzt war in der Villa des Sängers ein- und ausgegangen. In der Regel sei Murray morgens zwischen 9 Uhr und 9.30 Uhr in das luxuriöse Anwesen am Rande von Los Angeles gekommen, sagte die Privatköchin Kai Chase in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Meist habe er gleich als erstes bei ihr das aus Säften und Müsli bestehende Frühstück für den Musiker abgeholt. Mittags und Abends habe er häufig gemeinsam mit der Jackson-Familie am Esstisch gesessen.


Der auf der Karibikinsel Grenada aufgewachsene Murray hatte zwei Arztpraxen, als er Jackson vor einigen Jahren kennenlernte - eine in Houston und eine in Las Vegas. Wie aus den polizeilichen Ermittlungen hervorging, war Murray bereits zu diesem Zeitpunkt in Geldnöten. Die Schulden des Kardiologen sollen sich auf mehrere Hunderttausend US-Dollar belaufen haben. Umso verlockender war daher das Angebot, das der Popstar ihm machte.


Für monatlich 150.000 Dollar (112.500 Euro) sollte sich Murray ganz und gar auf die Betreuung Jacksons konzentrieren und ihn auf Reisen begleiten. Der Popstar bereitete sich zu dieser Zeit auf eine Serie von Comeback-Konzerten in London vor. Im Grunde lief Murrays Job darauf hinaus, dafür Sorge zu tragen, dass der gesundheitlich bereits angeschlagene Jackson die zahlreichen Proben sowie die anschließend geplanten Auftritte von der körperlichen Verfassung her durchsteht.


Den begnadeten Sänger und Tänzer fit zu halten, stellte sich jedoch als heikles Unterfangen heraus. Der 50-Jährige litt unter Schlaflosigkeit und soll bereits seit längerer Zeit regelmäßig Beruhigungsmittel genommen haben. In den Ermittlungen wird Jackson offiziell als Suchtkranker bezeichnet. Zu den Aufgaben Murrays gehörte daher auch die Verabreichung solcher Medikamente. Bei Propofol handelt es sich allerdings um ein Mittel, das normalerweise nur in Krankenhäusern Verwendung findet. Die Verabreichung in einem Privathaushalt stellt nach Ansicht der Anklage eine grobe Fahrlässigkeit dar.


Kurz nach Jacksons Tod am 25. Juni 2009 wurde das Haus des Leibarztes durchsucht. Beamte der Drogenbekämpfungsbehörde nahmen körbeweise Dokumente mit. Murray versuchte einen Neustart mit seiner alten Praxis in Houston. Doch die Negativschlagzeilen machten den Betrieb unmöglich. Die laufenden Kosten summierten sich weiter. Im November erklärte sein Anwalt Edward Chernoff, Murray habe für die Zeit als Jacksons Arzt kein Honorar bekommen. Der Mediziner habe seit sieben Monaten kein Geld mehr verdient, und es sei fraglich, ob er weiter sein Haus behalten und seine Familie unterhalten könne. Sollte es zum Prozess kommen, drohen Murray im Falle einer Verurteilung bis zu vier Jahre Haft.  (© AP)



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