Bauern prognostizieren steigende Lebensmittelpreise

veröffentlicht am 04.01.2011


Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hat für 2011 steigende Preise in seiner Branche vorausgesagt. "Die Lebensmittelpreise werden aufgrund weltweit steigender Nachfrage kontinuierlich anziehen. Ich schätze, dass dies aber nicht über die allgemeine Inflationsrate hinaus gehen wird", sagte er der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe).

 

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Berlin - Bauernpräsident Gerd Sonnleitner hat für 2011 steigende Preise in seiner Branche vorausgesagt. "Die Lebensmittelpreise werden aufgrund weltweit steigender Nachfrage kontinuierlich anziehen. Ich schätze, dass dies aber nicht über die allgemeine Inflationsrate hinaus gehen wird", sagte er der "Bild"-Zeitung (Dienstagausgabe). Obwohl die Krise in der Landwirtschaft in diesem Jahr überwunden werde, sagte Sonnleitner über die hohen Agrarsubventionen der EU: "Es sind 36 Prozent des gesamten EU-Haushaltes von gut 126 Milliarden Euro." Dies sei "gut angelegtes Geld für eine halbe Milliarde EU-Verbraucher".


Verursacher der Subventionen seien "zu einem großen Teil" die Billigpreise der Discounter. "Der deutsche Verbraucher kann sich so gesund, so vielfältig, so sicher und so preisgünstig ernähren wie noch niemals zuvor." Damit dies im internationalen Wettbewerb so bleibe, müsse "ein gewisser Ausgleich" geschaffen werden. "Das Hauptproblem ist, dass wir zu wenig Esskultur in Deutschland haben", sagte der Bauernpräsident. "Ökologisch wie konventionell wirtschaftende Bauern brauchen kostendeckende Preise. Italiener oder Franzosen verbinden Essen viel mehr mit Genuss und Geselligkeit und zahlen bessere Preise."


Einen Hauptgrund für die Kritik an der Bezuschussung sieht Sonnleitner darin, dass sich viele Menschen eine "idyllische Landwirtschaft wünschen". Auch die TV-Sendung "Bauer sucht Frau", die "mit dem Klischee der Museums-Landwirtschaft" spiele, sei "fürs Image eher kontraproduktiv". Es werde übersehen, "dass mehr als fünf Millionen Menschen in und mit der Erzeugung von Nahrungsmitteln ihren Arbeitsplatz in Deutschland erhalten. Die Land-, Agrar- und Ernährungswirtschaft ist bedeutender als die Automobilindustrie."  (© AP)



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