Betriebsrat Hück verteidigt Porsche-Strategie
veröffentlicht am 10.06.2009

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat an die Eigentümerfamilien Porsche und Piech appelliert, ihre Streitigkeiten beizulegen. Diese «Machtspiele» würden weder Porsche noch Volkswagen helfen, sagte Hück den «Stuttgarter Nachrichten». Er warf Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech vor, dass er mit seinen Aussagen Porsche schade.
Stuttgart - Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat an die Eigentümerfamilien Porsche und Piech appelliert, ihre Streitigkeiten beizulegen. Diese «Machtspiele» würden weder Porsche noch Volkswagen helfen, sagte Hück den «Stuttgarter Nachrichten». Er warf Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech vor, dass er mit seinen Aussagen Porsche schade.
«Wenn uns einer verletzt - nicht mich persönlich, sondern meine Belegschaft -, dann fehlt das Vertrauen, und das muss erst wieder erarbeitet werden», wurde Hück zitiert. Kritik übte der Betriebsratschef auch an Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff. «Wie Wulff sich verhält, ist nicht in Ordnung», sagte er. Der CDU-Politiker hatte sich gegen einen Milliardenkredit der staatlichen KfW ausgesprochen und gefordert, Porsche solle VW-Aktien verkaufen. Hück wies dies zurück: Ein solcher Schritt würde Volkswagen schaden. «Was soll dieser populistische Vorschlag?»
Der Betriebsratschef verteidigte in den «Stuttgarter Nachrichten» die Strategie von Porsche. «Uns geht es nicht darum, Macht zu haben oder ein großer Konzern zu werden, sondern das, was wir haben, zu erhalten.» Er gehe von der Eigenständigkeit des Konzerns aus und dass der Sitz Stuttgart bleibe. Porsche ist mit neun Millairden Euro verschuldet und hält knapp 51 Prozent an Volkswagen.
Hück sagte, die Reduktion der Nettoschulden «schaffen wir aus eigener Kraft.» Einen Kredit brauche Porsche nur, um das operative Geschäft zu finanzieren. Die Schulden könnte Porsche über eine Kapitalerhöhung oder den Einstieg eines Investors senken. Die Eigentümer hätten hierfür ihre Bereitschaft signalisiert, sagte Hück.
Porsche bestätigte unterdessen exklusive Gespräche mit dem Emirat Katar. Unternehmenssprecher Albrecht Bamler sagte: «Die Gespräche finden in guter Atmosphäre statt.» Genauere Angaben machte Bamler nicht. (© AP)




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