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09. September 2010
Lieferprobleme bei Insulin
Offenbach - Der Preiskampf zwischen Hersteller und pharmazeutischem Großhandel hat Lieferprobleme bei einem Insulinprodukt ausgelöst. Wie der Hessische Apothekerverband am Donnerstag in Offenbach mitteilte, geht es um Medikamente der Firma Novo Nordisk für insulinpflichtige Diabetespatienten. Der Verband riet Betroffenen dazu, entsprechende Rezepte frühzeitig in ihrer Apotheke vorzulegen. Die Arzneimittel müssten nämlich in diesem Fall direkt beim Hersteller und nicht wie gewohnt beim medizinischen Großhandel bestellt werden, der solche Produkte normalerweise innerhalb weniger Stunden an die Apotheken ausliefere.
"Ich finde es skandalös, dass hier ein Preiskrieg zwischen einem pharmazeutischen Unternehmen und dem Großhandel auf dem Rücken der Patienten ausgetragen wird", erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbands, Hans Rudolf Diefenbach. Diabetiker, die davon ausgingen, das vom Arzt verschriebene Arzneimittel wie immer innerhalb kürzester Zeit in der Apotheke zu erhalten, müssten nun damit rechnen, mehrere Tage auf ihr Insulin zu warten. Dabei könne eine Unterversorgung dazu führen, dass der Stoffwechsel komplett entgleise und eine akute Krankenhauseinweisung mit erheblichen Kosten notwendig werde.
Ausgelöst wurde der Preiskampf den Angaben zufolge dadurch, dass der Hersteller seit dem 1. August das dem Großhandel gewährte Skonto von 1,5 auf 0,5 Prozent reduziert hat. Die Senkung sei mit der Erhöhung des Herstellerrabatts von sechs auf 16 Prozent begründet worden. Als Reaktion darauf nähmen die meisten Großhandlungen, nachdem ihr Warenlager für diese Produkte geleert sei, keine Bestellungen mehr von den Apotheken entgegen. Der Hersteller wiederum sei mit den bundesweiten Direktbestellungen der Apotheken heillos überfordert. Die Lieferzeit liege zurzeit bei vier Arbeitstagen.

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