Hauterkrankungen und Allergien: Die häufigsten Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz
veröffentlicht am 09.09.2010

Hauterkrankungen und Allergien zählen in Deutschland zu den häufigsten Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz. Wie die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) am Mittwoch in Berlin berichtete, leiden je nach Branche 20 Prozent der Beschäftigten unter Ekzemen, Allergien oder Hautkrebs. Bei den Berufsanfängern im Alter von 15 bis 25 Jahren liegt der Anteil sogar bei 70 Prozent.
Berlin - Hauterkrankungen und Allergien zählen in Deutschland zu den häufigsten Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz. Wie die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) am Mittwoch in Berlin berichtete, leiden je nach Branche 20 Prozent der Beschäftigten unter Ekzemen, Allergien oder Hautkrebs. Bei den Berufsanfängern im Alter von 15 bis 25 Jahren liegt der Anteil sogar bei 70 Prozent.
Den Experten zufolge treten Hauterkrankungen vor allem bei Menschen auf, die in ihrem Job oft mit Wasser oder Chemikalien in Berührung kommen. Dazu gehören unter anderen Friseure, Reinigungskräfte oder Floristen. Weitere Branchen, in denen Hauterkrankungen nicht selten vorkommen, sind die Lebensmittel verarbeitende Industrie, die Metallindustrie oder das Bauhandwerk. Die am häufigsten auftretende Hautkrankheit sind den Angaben zufolge Ekzeme. In der Metallindustrie leidet einer DDG-Studie nach rund die Hälfte aller Beschäftigten unter einer solchen Infektion.
Hautkrankheiten schränkten die Lebensqualität ebenso stark ein wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall, sagte Swen Malte John, Dermatologe an der Universität Münster. "Schon Alltagstätigkeiten wie Anziehen sind mit rissigen und blutigen Händen eine Strapaze, ganz abgesehen von den vielen sozialen Kontakten, die über die Hände ablaufen." Das könne im Einzelfall zu Depressionen und dem völligen Rückzug aus der Gesellschaft führen.
Entsprechend hoch sei die Zahl derer, die sich nie behandeln ließen, sagte John weiter. Experten schätzen, dass die Dunkelziffer um 50 bis 100 Prozent über den tatsächlich gemeldeten Fällen liege. 2008 registrierten Ärzte in Deutschland 19.000 Patienten mit Hautleiden. "18.500 jährlich neu gemeldeten Hauterkrankungen stehen vermutlich zwei Millionen Erkrankte gegenüber", erklärte der Mediziner. Gemeldet werde nur die Spitze des Eisbergs.
Darüber hinaus leidet auch die Wirtschaft unter den Folgen der Erkrankungen. Arbeitsausfall, Therapie und Umschulungen kosten laut DDG jährlich bis zu 1,8 Milliarden Euro. Allein eine Umschulung könne die Sozialversicherung schnell 100.000 Euro pro Patient kosten.
Jeder Beschäftigte, der seine Hauterkrankung mit dem Beruf in Verbindung bringe, könne jedoch kostenlos hautärztliche Beratung und Therapie in Anspruch nehmen, fügte John hinzu. Eine aktuelle Studie habe gezeigt, dass rund 80 Prozent der Menschen mit schweren Ekzemen ihren Job dank einer intensiven Behandlung hätten behalten können.
Am 20. September startet deutschlandweit die erste bundesweite Aktionswoche Hautkrankheiten. Bis 24. September bieten alle teilnehmenden Hautarztpraxen und -kliniken einen Hautcheck an. (© AP)




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