Geplante Koran-Verbrennungen: Zentralrat der Juden ist entsetzt
veröffentlicht am 08.09.2010

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, zeigt sich entsetzt über eine geplante Verbrennung von Koran-Schriften in den USA. "Die Vorstellung ist schrecklich und abstoßend", sagte Knobloch am Mittwoch in München mit Blick auf Berichte, eine Kirchengemeinde in Florida wolle am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 Ausgaben des Korans verbrennen.
München - Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, zeigt sich entsetzt über eine geplante Verbrennung von Koran-Schriften in den USA. "Die Vorstellung ist schrecklich und abstoßend", sagte Knobloch am Mittwoch in München mit Blick auf Berichte, eine Kirchengemeinde in Florida wolle am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 Ausgaben des Korans verbrennen.
"Der 11. September 2001 war ein Tag des Hasses", betonte die Zentralratspräsidentin. Der Terroranschlag auf das World Trade Center sei ein Akt des Hasses gewesen und habe in der Folge weltweit eine Vielzahl von Hass-Reflexen heraufbeschworen. "Wir dürfen nicht zulassen, dass eine in bestimmten Kreisen praktizierte, oft subtile und fast immer stillschweigend akzeptierte Angst- und Hasspolitik unvermindert fortgesetzt wird und Früchte trägt", mahnte sie.
Was mit geistiger Brandstiftung anfange und den Weg über tatsächliche Brandstiftung im Wortsinne nehme, münde schließlich in Mord, warnte Knobloch. Sie erinnerte an die Bücherverbrennungen durch Nationalsozialisten im Jahr 1933. Heinrich Heine habe schon 1820 den "prophetischen Satz" formuliert: "Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen."
Die uneingeschränkte Achtung der menschlichen Würde sei in freiheitlich-demokratisch organisierten politischen Systemen die oberste Prämisse, betonte Knobloch und fügte hinzu: "Ich hoffe, dass sich die Vernunft und der Geist der Freiheit am Ende durchsetzen." (© AP)




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