Nach der Krise ist vor der Krise: Auch im Großhandel
veröffentlicht am 08.09.2010

Der deutsche Großhandel hat seine Prognose für das laufende Jahr deutlich erhöht. Die Unternehmen arbeiteten den schweren Einbruch des Krisenjahres 2008 derzeit in "atemberaubendem Tempo" auf, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, am Dienstag in Berlin. "In einigen Bereichen können wir bereits im nächsten Jahr wieder die Zahlen des Rekordjahres 2008 erreichen und sogar übertreffen."
Berlin - Der deutsche Großhandel hat seine Prognose für das laufende Jahr deutlich erhöht. Die Unternehmen arbeiteten den schweren Einbruch des Krisenjahres 2008 derzeit in "atemberaubendem Tempo" auf, sagte der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton Börner, am Dienstag in Berlin. "In einigen Bereichen können wir bereits im nächsten Jahr wieder die Zahlen des Rekordjahres 2008 erreichen und sogar übertreffen."
Konkret rechnet der BGA im laufenden Jahr mit einem Umsatzplus von nominal rund 10 Prozent auf 790 Milliarden Euro. Innerhalb eines Jahres dürfte damit mehr als die Hälfte des Einbruchs im Krisenjahr 2009 wettgemacht sein, hieß es. Das Niveau von 2007 sei wieder erreicht.
"Die deutsche Wirtschaft ist in Aufbruchstimmung", sagte Börner. "Die Unternehmen haben ihre Schockstarre nach dem wirtschaftlichen Absturz im Vorjahr abgeschüttelt." Das verdeutliche der BGA-Großhandelsindikator, der aktuell mit einem Plus von 30 Zählern auf 132 Punkte so gut ausgefallen sei wie seit drei Jahren nicht mehr. Die aktuelle Geschäftslage werde klar positiv bewertet - der Indikator habe um 36 Punkte auf 130 Zähler zugelegt. Der Index der Geschäftserwartungen habe mit einem Plus von knapp 23 Zähler auf fast 134 Punkte einen neuen Spitzenwert erreicht. Impulse kämen sowohl von der Außenwirtschaft als auch der binnenwirtschaftlichen Belebung.
Die Beschäftigtenzahl wird nach BGA-Einschätzung in diesem Jahr im Schnitt um etwa 5.000 ansteigen. 2009 hatten den Angaben zufolge etwa 40.000 im Großhandel tätige Menschen ihren Job verloren. Ende des Jahres wurden 1,2 Millionen Beschäftigte gezählt.
Gesamtwirtschaftlich betrachtet bleibe 2010 jedoch ein absolutes Ausnahmejahr, das sich 2011 nicht wiederholen lasse, sagte Börner weiter. Die optimistische Prognose von einem Wachstum um rund drei Prozent werde im Wesentlichen bestätigt. Dieser Wert werde sich im nächsten Jahr allerdings auf 1,25 bis 1,5 Prozent halbieren. "Obwohl wir derzeit besser dastehen als unsere Nachbarn, schauen wir nur verhalten optimistisch ins vierte Quartal und ins nächste Jahr 2011", erklärte der BGA-Präsident. Ursache dafür seien die Risiken der ungelösten Schulden- und Währungsprobleme. (© AP)




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