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07. September 2010

Mehr Therapiemöglichkeiten bei Multipler Sklerose



Frankfurt/Main - Die Multiple Sklerose kommt auf leisen Sohlen. Irgendwann schlägt sie zu. Wer sie hat, lebt wie unter dem Damoklesschwert, das jederzeit herabfallen kann. Wer sie hat, lebt in ständiger Angst vor dem nächsten Schub. In den Phasen dazwischen ist es oft auszuhalten. Aber von Schub zu Schub wird es schlimmer: Dauerhafte Erschöpfung, Sehstörungen, Lähmungen. Trotzdem besteht Hoffnung. Dank medizinischer Fortschritte endet es immer seltener im Rollstuhl.

«Angefangen hat es bei mir mit einem Drehschwindel. Das hat sich aber wieder gegeben und dann hatte ich drei vier Jahre Ruhe«, sagt Barbara Pospiech. Als schließlich Lähmungen auftraten, ging ihr damaliger Arzt zunächst von einer Migräne-Attacke aus. Aber die Symptome verdichteten sich weiter, im Jahr 1988 bestand kein Zweifel mehr. «Ich hatte vierteljährlich bis halbjährlich Schübe, wo ich immer stationär war. Meist lief es bei mir über die Beine und die Augen ab«, sagt die heute 55-jährige Frankfurterin. Sie sah doppelt, schon für kurze Strecken brauchte sie eine Gehhilfe.

Mit den Schüben ist es wie mit Erdbeben. Man weiß nie, wann sie kommen und wie heftig sie werden. Bei Pospiech kündigten sie sich meist über ein Kribbeln in den Beinen an, einem Taubheitsgefühl. Sie konnte den Boden nicht mehr spüren, als hätte sie Wattebällchen unter den Füßen. Sie stolperte. Wenn die Schübe voll da waren, verließ die Kraft sie komplett. Sie blieben meist etwa eine Woche. «Das war eine Zeit, wo ich nicht mehr wusste, wie es weitergehen könnte.« Aber es ging weiter. Und es wurde besser. Der letzte Schub liegt inzwischen vier Jahre zurück.

«Das Arsenal an Therapiemöglichkeiten hat sich extrem vervielfältigt und verbessert«, sagt der Neurologe Heinz Wiendl. Da die Multiple Sklerose bei jedem Patienten anders ablaufe, sei es zwar schwer zu beurteilen, welche Therapie für wen die richtige sei. Dennoch hätten die letzten 15 Jahre erhebliche Fortschritte für Diagnose und Behandlung gebracht. Und nach Ansicht des Spezialisten von der Universitätsklinik Münster stehen weitere Verbesserungen bevor. Noch vor Ende des Jahres sei die Zulassung von neuen Medikamenten in Tablettenform zu erwarten. Damit werde die Behandlung nicht nur effektiver, sondern für die Patienten auch wesentlich angenehmer als mit den bisherigen Spritzen-Therapien.  weiterlesen >>


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