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06. September 2010
"West-Frauen" manchmal anstrengend
München - Der Schriftsteller Thomas Brussig findet die Frauen im Osten Deutschlands "unkomplizierter" als die aus dem Westen. "Das bedeutet nicht, dass sie leichter ins Bett zu kriegen sind", schreibt der Autor des Bestsellers "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" in einem Beitrag für das Magazin "Playboy". "Bei West-Frauen bin ich des öfteren an einen Punkt gekommen, wo sie in ihrer Rolle 'ich als Frau' erst mal ihr ganzes selbstreferenzielles Besteck auspackte", erzählte Brussig.
"Das Selbstbewusstsein dieser Frauen kommt allein aus dem Auftrumpfen ('Ich zicke, also bin ich'), und das ist zuweilen anstrengend." Der Umgang mit Ost-Frauen sei schneller ein partnerschaftlicher, sagte Brussig. Mit West-Frauen dagegen befinde er sich "urplötzlich im Kampf der Geschlechter, wobei mir dieser Kampf aufgezwungen wird wie dem Deutschen Reich der Erste Weltkrieg."
Rückblickend auf die Zeit der DDR stellt der 1965 in Ost-Berlin geborene Autor auch äußerliche Unterschiede fest: "Ost-Frauen waren Naturschönheiten - oder eben nicht. West-Frauen wussten, wie man der Schönheit nachhilft." Nach dem Fall der Mauer habe er sich daran gemacht, diese Frauen zu erforschen.
Nach knapp zwei Jahrzehnten sei er zu der Erkenntnis gekommen: "Im Bett, beim Sex allein, könnte ich keine Ost-West-Unterschiede feststellen. Da ist, so meine Erfahrung, jede anders. Auch bei Vorlieben und Abneigungen für bestimmte Stellungen oder Praktiken spielt es keine Rolle, ob die Frau nun von diesseits oder jenseits der Elbe stammt." Brussigs Fazit: "Die West-Frauen hatten den Ost-Frauen beim Fall der Mauer voraus, dass sie wussten, wie man sich schminkt und wo man zum Friseur geht. Während die Ost-Frauen einen leichten Vorsprung darin hatten, wie man mit Männern umgeht."

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