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05. September 2010

Deutsche Konjunktur für alle



Paris - Das deutsche Konjunktur-Modell könnte ein Vorbild für die europäischen Nachbarländer sein, so der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, in einem Interview mit der französischen Zeitung "Le Figaro" (Samstagausgabe). "Den Produktionskosten eine sehr hohe Aufmerksamkeit zu schenken und zudem Reformen für eine flexiblere Konjunktur einzuleiten könnte ein Beispiel für die deutschen Nachbarstaaten sein", sagte Trichet. Die starke Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland sei das Ergebnis dieser Bemühungen.

Allerdings betonte Trichet, dass die unterschiedlichen Wachstumsraten in der Eurozone nicht "abnormal" seien. Zudem hätten eine Reihe von Ländern eine Zeit lang stärkere Wachstumsraten als Deutschland aufgewiesen. Trichet betonte in dem Interview erneut, dass er nicht mit einem "Double-Dip" in Europa rechnet.

Das Niveau der Arbeitslosenzahlen in Europa sei weiter nicht akzeptabel und es seien noch zahlreiche strukturelle Reformen notwendig, sagte der EZB-Präsident. Zudem müssten die Länder der Eurozone noch starke Anstrengungen für eine Senkung der Staatsschulden unternehmen. Er setzte sich gleichzeitig für einen stärkeren Wettbewerb bei den Ratingagenturen ein. "Es ist nicht notwendigerweise gesund, dass dies in den Händen von lediglich drei Institutionen weltweit liegt", sagte Trichet. "Die Lösung ist nicht zwingend eine staatliche Ratingagentur, sondern die beste Lösung könnte eine weltweite Ratingagentur sein", so der EZB-Präsident.


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