Vor US-Arbeitsmarktbericht: Europas Börsen zeigen sich am Mittag noch freundlich
veröffentlicht am 03.09.2010

Europas Börsen präsentieren sich auch am Freitagmittag in recht guter Stimmung. Gestützt von Aufschlägen bei Technologie-, Versicherungs- und Versorgeraktien gewinnt der Euro-Stoxx-50 bis 12.32 Uhr 0,7% oder 18 auf 2.733 Punkte. Für den Stoxx-50 geht es 0,6% oder 15 auf 2.525 Punkte nach oben.
Frankfurt - Europas Börsen präsentieren sich auch am Freitagmittag in recht guter Stimmung. Gestützt von Aufschlägen bei Technologie-, Versicherungs- und Versorgeraktien gewinnt der Euro-Stoxx-50 bis 12.32 Uhr 0,7% oder 18 auf 2.733 Punkte. Für den Stoxx-50 geht es 0,6% oder 15 auf 2.525 Punkte nach oben. Dennoch ist im Handel von Zurückhaltung vor den wichtigen US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag die Rede.
Die Statistik zur Beschäftigungslage in der größten Volkswirtschaft der Welt im August ist das alles überragende Thema. "Trotz des positiv überraschenden ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe der USA im August fehlt weiter das Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Konjunkturerholung", sagt ein Marktteilnehmer.
Im Mittel ihrer Prognosen erwarten Volkswirte, dass im August in den USA 110.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft verloren gegangen sein werden. Wie bereits in den vorangegangenen Monaten dürfte die Statistik jedoch abermals von den nur befristet eingestellten Volkszählern verzerrt werden. Einige Ökonomen schätzen, dass die Regierung im vergangenen Monat bis zu 125.000 von ihnen nach Hause geschickt hat.
Daher ist es nur sinnvoll, die Beschäftigungsentwicklung im Privatsektor zu betrachten. Eine Indikation dafür hat am Mittwoch bereits der Arbeitsmarktbericht des Abrechnungsdienstleisters ADP geliefert, der unter den Erwartungen geblieben ist. "Die Kursreaktion auf die Zahlen ist dann aber kaum absehbar", heißt es von einem Händler, und dürfte vor allem von der Positionierung der Anleger im Vorfeld abhängen.
Ein wahrscheinliches Szenario sei, dass der Markt nach den ADP-Zahlen "short" in den Arbeitsmarktbericht gehe und bei etwas besser ausfallenden Zahlen angesichts des bevorstehenden langen Wochenendes Eindeckungsbedarf entstehe.
Neben dem US-Arbeitsmarktbericht steht der ISM-Index für den Dienstleistungssektor der USA im August auf dem Programm. Volkswirte erwarten im Schnitt einen Rückgang des Index auf 53,0 von 54,3 Punkten im Juli.
Bis zum Mittag werden die Notierungen unter anderem von den Aufschlägen bei den Versorgern von 0,6% gestützt. Die Nachricht, dass GDF Suez bis 2016 neue Stellen in einer Größenordnung von 150.000 schaffen möchte, wird von den Investoren als Signal verstanden, dass die Aussichten des von den Anlegern seit Jahresbeginn geschmähten Sektors möglicherweise doch nicht so negativ sind.
Daneben sind auch Berichte hilfreich, wonach es am Wochenende bei einem Treffen im Kanzleramt zu Entscheidungen kommen soll mit Blick auf den schwelenden Streit um Laufzeitverlängerungen und Besteuerungen von Atomkraftwerken (AKW). GDF Suez gewinnen 1,9% auf 26,02 EUR, E.ON 0,6% auf 22,87 EUR und RWE 1,3% auf 53,27 EUR.
Fester mit einem Plus von 1% zeigen sich auch Europas Technologiewerte. Händler verweisen auf gute Vorgaben aus Übersee. Sie sprechen von einem verbesserten Sentiment für den Sektor, nachdem Samsung Electronics das Absatzziel für Smartphones nach oben angepasst hat auf 25 Mio Stück von zuvor 18 Mio Einheiten. Nokia rücken um 1,1% auf 7,10 EUR vor.
Im Pharmabereich stechen derweil Roche mit einem Plus von 1,9% heraus. Hier stützt die Ankündigung eines Kostensenkungsprogramms und die Bestätigung der Gesamtjahresprognose durch den Konzern. "Nach den vorangegangenen Rückschlägen gab es am Markt schon die Befürchtung, dass die Guidance nicht zu halten sein könnte", sagt ein Händler.
Zwar habe Roche bislang als "Premiumhersteller" gegolten, der seine Profitabilität nicht über Sparprogramme sicherstellen müsse. Gegenwärtig bleibe den Schweizern aber einfach nichts anderes übrig. Roche gewinnen 1,9% auf 142,40 CHF, der Stoxx-Sektor steigt 0,6%. (© Dow Jones)




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