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24. August 2010
Mainzer Uniklinik: Dritter Säugling tot!
Mainz - Der Skandal um bakterienverseuchte Infusionen an der Mainzer Uniklinik weitet sich aus. Nach dem Tod zweier Säuglinge starb am Montagabend ein weiteres Baby, das eine mit Darmbakterien verunreinigte Nährlösung erhalten hatte. Derweil wird die Forderung nach bundeseinheitlichen Hygiene-Vorschriften immer lauter.
Wie Klinikchef Norbert Pfeiffer am Dienstag sagte, handelte es sich bei dem jetzt gestorbenen Säugling um ein sehr kleines Frühgeborenes mit sehr niedrigem Geburtsgewicht, das durch seine körperliche Unreife extrem gefährdet war. Bei den anderen vier Kindern, die ebenfalls nach Erhalt verunreinigter Infusionen Entzündungs- und Infektionszeichen gehabt hätten, habe sich dagegen der Zustand stabilisiert. Der Klinik zufolge ist nicht damit zu rechnen, dass wegen der Keime weitere Kinder sterben werden.
«Auch zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nicht, wie die Todesursache lautet», erklärte Pfeiffer. Auch der Weg der Verkeimung sei unklar. Klarheit gebe es aber beim zweiten Keim, bei dem es sich um einen Escherichia hermannii handle - einen normalerweise harmlosen Keim, den jeder im Darm trage. «Aber wenn er an die falsche Stelle im Körper gerät, dann kann er krank machen.»
Der Fall hat sich mittlerweile zu einer Debatte über Hygiene-Vorschriften in Krankenhäusern ausgeweitet. Das Gesundheitsministerium kündigte an, bei der nächsten Gesundheitsministerkonferenz mit den Ländern zusätzliche Regelungen für eine bessere Hygiene zu erörtern. Bisher steht es jedem Bundesland offen, ob es Hygieneverordnungen für Krankenhäuser erlässt. Bislang haben dies nur Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Sachsen getan. weiterlesen >>

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