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05. August 2010
Von wegen innere Werte: Bei Bewerbungen zählt das perfekte Foto
Berlin - Ob das blitzend-weiße Lächeln und das leicht angegraute Haar beim Chefarzt oder die zurückgebundenen Haare und das dezente Make-Up bei der Stewardess: In einer Gesellschaft, die sich selbst als immer toleranter und aufgeschlossener bezeichnet, wird nach wie vor stark in Schubladen gedacht.
Um die Macht der Bilder aufzubrechen, startete die 2006 eingerichtete Antidiskriminierungsstelle des Bundes jetzt ein Pilotprojekt: Fünf große Unternehmen, darunter zwei internationale Konzerne, konnten dafür gewonnen werden, künftig Bewerbungen ohne Alter, Namen und vor allem ohne Foto anzunehmen. Ziel soll es sein, herauszufinden, ob beispielsweise der türkisch stämmige Bewerber nun größere Job-Chancen hat und eine Benachteiligung ethnischer Minderheiten im Bewerbungsprozess vollkommen ausgeschlossen werden kann.
Dennoch fand das Berliner Marktforschungsunternehmen Schmiedl im Aufrag der Service-Agentur CheckyourImage GmbH heraus, dass 67 Prozent der Personalverantwortlichen nach wie vor aufgrund des Bewerbungsfotos ihre Vorauswahl zu den Bewerbungsgesprächen treffen. Mit Freundin oder Mutter sind Bewerber bei der Wahl des richtigen Fotos selten gut beraten: Zu subjektiv ist ihre Bewertung. Wer daher auf Nummer sicher gehen und im Vorhinein wissen will, wie er auf potenzielle Arbeitgeber wirkt, kann Experten aus Chefetagen und Personalabteilungen im Internet die eigenen Bewerbungsfotos hinsichtlich Kriterien wie Seriosität, Sympathie und Glaubwürdigkeit bewerten lassen.
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