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31. Juli 2010
Dämpfer für US-Aufschwung
Washington - Die US-Wirtschaft verliert stärker an Schwung als erwartet. Im zweiten Quartal 2010 wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur noch mit auf das Jahr hochgerechneten 2,4 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Im ersten Quartal hatte das Wachstum noch annualisiert 3,7 Prozent betragen, im vierten Quartal 2009, dem bisherigen Höhepunkt der Erholung nach der Großen Rezession, sogar 5 Prozent.
Grund für die Abschwächung sind den Angaben zufolge sinkende Verbraucherausgaben, weniger Lageraufbau durch die Unternehmen sowie die Auswirkungen des hohen Handelsdefizits. Analysten bezweifeln bereits, ob das abgeschwächte Wachstum ausreichen kann, die Arbeitslosigkeit unter die derzeitige Quote von 9,5 Prozent zu bringen. Nach Rechnung der Ökonomen wäre ein Wachstum von 5 Prozent über ein volles Jahr nötig, um die Arbeitslosenquote um 1 Prozentpunkt zu senken.
Bisher wurde die US-Konjunktur durch das 862-Milliarden-Dollar-Programm der Regierung für Steuersenkungen und verstärkte Staatsausgaben gestützt. Auch die Auffüllung der Lagerbestände der Unternehmen wirkte positiv. Diese Effekte laufen aber aus. Die Zunahme der Verbraucherausgaben, in den USA der wichtigste Konjunkturfaktor, verlangsamte sich im zweiten Quartal auf schwächliche 1,6 Prozent.
Gleichzeitig enthüllen Nachrechnungen des Handelsministeriums, dass die bis zum Sommer 2009 anhaltende Rezession tiefer war als bisher angenommen. Die revidierten Zahlen zeigen, dass die US-Wirtschaft im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent geschrumpft ist und nicht nur um 2,4 Prozent.

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