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30. Juli 2010

Mit schädlicher Software zwölf Millionen Rechner infiziert



Ljubljana - Die slowenische Polizei hat den mutmaßlichen Entwickler eines schädlichen Softwarecodes festgenommen, mit dem weltweit insgesamt zwölf Millionen Computer befallen und ferngesteuert wurden. Der Mann sei vernommen und aus der Untersuchungshaft entlassen worden, könne aber nicht das Land verlassen, teilte ein Polizeisprecher in Ljubljana am Mittwoch mit. Nähere Angaben, wie zur Identität des Verdächtigen, machte der Polizeisprecher zunächst nicht.

Die US-Bundespolizei FBI hatte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag gesagt, ein 23-jähriger Slowene namens Iserdo sei in der nordwestslowenischen Stadt Maribor vor zehn Tagen festgenommen worden und später auf Kaution freigekommen. Die Festname des Mannes sei ein Durchbruch in den Ermittlungen zum sogenannten «Mariposa Botnet», einem Netz aus infizierten Computern, von dem ab Dezember 2008 weltweit Hunderte Firmen und mindestens 40 große Banken betroffen waren.

Bei einem Botnet werden Computer meist ohne Wissen ihrer Eigentümer für kriminelle Zwecke ferngesteuert. Im Fall des «Mariposa Botnets» stahlen die Täter geheime Kreditkarten- und Online-Banking-Daten. Das Computer-Netz erstreckte sich nach Expertenangaben über mehr als 190 Länder.

Vor etwa fünf Monaten hatten die spanischen Behörden drei mutmaßliche Betreiber des «Mariposa Botnets» festgenommen. Nach Angaben des slowenischen Polizeisprechers wurden neben dem mutmaßlichen Entwickler des schädlichen Softwarecodes weitere Verdächtige befragt. Die slowenischen Medien hatten berichtet, drei ehemalige Informatik-Studenten seien in den Fall verwickelt. Sie seien von den örtlichen Behörden und FBI-Beamten befragt worden. Zudem sei ihre Computer-Ausrüstung beschlagnahmt worden.


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