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Schaeffler-Fabriken an Kapazitätsgrenze

veröffentlicht am 30.07.2010


Der Automobilzulieferer Schaeffler hat die Krise überwunden und peilt in diesem Jahr einen Umsatzzuwachs von 10 Prozent auf 8 Milliarden Euro an. Der Betriebsgewinn soll sich auf mindestens 800 Millionen Euro verdoppeln, kündigte Konzernchef Jürgen Geißinger am Dienstagabend im Wirtschaftspresseclub München an. «Wir sind in den meisten Bereichen schon wieder an der Kapazitätsgrenze», sagte Geißinger.

 

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München - Der Automobilzulieferer Schaeffler hat die Krise überwunden und peilt in diesem Jahr einen Umsatzzuwachs von 10 Prozent auf 8 Milliarden Euro an. Der Betriebsgewinn soll sich auf mindestens 800 Millionen Euro verdoppeln, kündigte Konzernchef Jürgen Geißinger am Dienstagabend im Wirtschaftspresseclub München an. «Wir sind in den meisten Bereichen schon wieder an der Kapazitätsgrenze», sagte Geißinger. Die Auftragslage im ersten Halbjahr sei sehr gut gewesen, «die Auftragseingänge sind in den letzten Wochen stark gestiegen».


Die Kurzarbeit sei an fast allen Standorten bereits ausgelaufen. Mit weltweit 65.000 Mitarbeitern habe der Wälz- und Kugellagerhersteller fast wieder die Stellenzahl vor der Krise erreicht und wolle demnächst wieder Leiharbeiter einstellen. Die Automobilsparte, die 60 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet, habe bereits das Niveau vor der Krise erreicht. «Wir werden ein stabiles zweites Halbjahr sehen», sagte Geißinger. Der Export sei gewaltig. Das Industriegeschäft hinke hinterher, habe aber die Talsohle ebenfalls durchschritten.


Der Konzernumsatz war im vergangenen Jahr von 8,9 auf 7,3 Milliarden Euro eingebrochen. Die operative Gewinnmarge (Ebit) war auf fünf Prozent gesunken, soll dieses Jahr aber auf zehn Prozent verdoppelt werden.


In Asien werde Schaeffler in diesem und im nächsten Jahr um 20 Prozent wachsen, in China allein um 40 Prozent, sagte Geißinger. Der Bau dreier neuer Fabriken in China und Indien werde auch in den deutschen Werken zusätzlichen Umsatz bringen.


Die Übernahme der Continental AG sei auch aus heutiger Sicht die richtige Entscheidung gewesen, sagte der Schaeffler-Chef. «Wir sind zwei getrennte Unternehmen», aber «die Zusammenarbeit mit Conti läuft sehr gut und wird jeden Tag besser». Der gemeinsame Einkauf werde 400 Millionen Euro an Synergien bringen, die Zusammenarbeit auf Projektebene laufe gut, die Techniker sprächen die gleiche Sprache. Schaeffler wie Conti hätten unter dem Strich Kunden gewonnen. Gemeinsame Präsentationen der beiden Autozulieferer kämen sehr gut an. Über eine Fusion wollte er aber nicht sprechen. «Integrationschritte haben wir nicht, weil es keinen Merger gibt», sagte Geißinger. Beide Unternehmen konzentrierten sich jetzt auf das operative Geschäft.


Das Familienunternehmen und seine Banken haben halten rund 75 Prozent der Conti-Aktien. Bei Abbau der rund 12 Milliarden Euro Schulden gebe es keine Eile, betonte Geißinger. Die Finanzierung für die nächsten Jahre sei gesichert und habe mit einer Fusion nichts zu tun. Ein Verkauf von Conti-Anteilen sei momentan nicht notwendig. Dass eine langfristig denkende Unternehmerfamilie hinter einem Konzern stehe, werde auch die Börse honorieren.


Ein wachsender Marktanteil von Elektroautos werde Schaefflers Position nicht gefährden, sagte Geißinger: «Das Potenzial liegt in den nächsten Jahrzehnten deutlich im konventionellen Motor.» Mit neuen Produkten wie der hydraulischen Ventilsteuerung oder der trockenen Doppelkupplung senke Schaeffler Spritverbrauch und Schadstoffbelastung vieler Autos. Außerdem brauchten auch E-Motoren Getriebe.  (© AP)



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