Union soll um Status der Volkspartei kämpfen
veröffentlicht am 26.07.2010

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller schließt eine Kandidatur als stellvertretender CDU-Vorsitzender auf dem Bundesparteitag im November nicht aus. Im Interview der «Bild am Sonntag» sagte Müller: «Wir brauchen eine neue Parteiführung, die die ganze Breite der Volkspartei inhaltlich abbildet. Konservative, liberale und christlich-soziale Traditionen der Partei sollten sich in der Führungsmannschaft wieder finden.»
Berlin - Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller schließt eine Kandidatur als stellvertretender CDU-Vorsitzender auf dem Bundesparteitag im November nicht aus. Im Interview der «Bild am Sonntag» sagte Müller: «Wir brauchen eine neue Parteiführung, die die ganze Breite der Volkspartei inhaltlich abbildet. Konservative, liberale und christlich-soziale Traditionen der Partei sollten sich in der Führungsmannschaft wieder finden.»
Ob er selbst für einen der nach dem Rückzug von Roland Koch und Jürgen Rüttgers sowie der Wahl Christian Wulffs zum Bundespräsidenten freiwerdenden Stellvertreterposten Angela Merkels kandidieren wird, ließ Müller offen. «Über die Frage der Stellvertreter wird es nach der Sommerpause eine vernünftige und zielgerichtete Diskussion geben», antwortete er auf eine entsprechende Frage. Einen Rückzug aus der Politik schloss der Chef einer Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen in Saarbrücken für sich aus. «Rücktritt sieht meine gegenwärtige Lebensplanung nicht vor», wird Müller zitiert.
Weiter forderte er seine Partei auf, um den Status der Volkspartei zu kämpfen. «Die SPD ist inzwischen kaum noch als eine Volkspartei zu bezeichnen. Und die Union muss um den Status der Volkspartei ebenfalls bangen, wenn das so weiter geht», sagte er. Zugleich warnte Müller seine Partei vor einem Machterhalt um jeden Preis: «Unsere Maxime kann in dieser Situation nicht lauten: Hauptsache die Union ist an der Regierung beteiligt, egal wie ihre Wahlergebnisse ausfallen. Regieren ist ja kein Selbstzweck! Wir müssen Politik mit unseren Werten gestalten.»
Die schwarz-gelbe Regierung in Berlin forderte Müller zu mehr Disziplin auf: «Die Sacharbeit in der Koalition muss runder laufen! Wir brauchen weniger öffentliche Diskussionen und mehr interne Verständigung in der Koalition. Der Umgangston in der Koalition muss sich ändern», fügte er hinzu. (© AP)




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