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25. Juli 2010

Zehn Prozent weniger Lehrstellen in Metall- und Elektroindustrie



Stuttgart - Die Zahl der Lehrstellen in der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie sinkt nach Gewerkschaftsangaben in diesem Jahr um zehn Prozent. Der IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann kritisiert dies in den «Stuttgarter Nachrichten» (Freitagausgabe). Bereits 2009 habe es einen Rückgang um sieben Prozent gegeben, sagte er.

«Wer heute nicht ausgebildet wird, fehlt in vier Jahren auf dem Arbeitsmarkt», betonte Hofmann. «Entweder ein Arbeitgeber glaubt daran, auch noch in vier Jahren Produkte zu verkaufen, dann bildet er auch entsprechend aus. Oder er gibt schon heute zu, nicht an seinen Erfolg zu glauben, dann braucht er auch kein Fachpersonal mehr.» Im vergangenen Jahr sei über die Hälfte der Auszubildenden bereits ein Jahr nach der Lehre nicht mehr im Betrieb gewesen. Der Gewerkschafter kritisierte, die Firmen schickten Fachpersonal «in die Wüste», dessen Qualifikation bereits nach ein paar Jahren «unrettbar verloren» sei.

Hofmann kritisierte weiter, dass der Arbeitgeberverband Südwestmetall die Leiharbeit als Beschäftigungsmodell der Zukunft anpreise. Gewerkschaft und Arbeitgeber hätten gemeinsam versucht, alle Beschäftigten einigermaßen durch die Krise zu bringen. «Doch sobald bei den Arbeitgebern der Kopf wieder aus dem Wasser ragt und die Nase frei ist, verabschieden sich einige von diesem Modell.» Das sei «kurzsichtig und gesellschaftlich unverantwortlich», weil es dazu beitrage, die «Spaltung der Gesellschaft zu zementieren», meinte Hofmann.


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