Elektroautos: VW-Chef fordert einheitliche Subventionen in der EU
veröffentlicht am 20.07.2010

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn dringt auf die Einführung von einheitlichen Subventionen für Käufer von Elektroautos in der EU. Die Autoindustrie werde den Wechsel von der klassischen Motorentechnik zu umweltfreundlichen Strommotoren nicht allein bewältigen können, sagte Winterkorn am Montagabend im kalifornischen Palo Alto.
Palo Alto - Volkswagen-Chef Martin Winterkorn dringt auf die Einführung von einheitlichen Subventionen für Käufer von Elektroautos in der EU. Die Autoindustrie werde den Wechsel von der klassischen Motorentechnik zu umweltfreundlichen Strommotoren nicht allein bewältigen können, sagte Winterkorn am Montagabend im kalifornischen Palo Alto.
Die EU-Regierungen sollten «zielgerichtete Anreize für Kunden» einführen und dabei einheitlich vorgehen. «Ich würde mir wünschen, dass wir europaweit ein Programm einführen, um die E-Mobilität zu fördern», erklärte der VW-Chef. Darüber hinaus forderte er «massive Unterstützung» bei Forschung und Aufbau einer effizienten Stromversorgung für die neuen Elektroautos.
Die Bundesregierung will Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität etablieren. Bis zum Jahr 2020 sollen eine Million E-Autos auf den Straßen fahren. Im Mai sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel: «Bereits im Konjunkturprogramm haben wir 500 Millionen Euro Forschungsgelder für die Erforschung der Elektromobilität ausgegeben, und wir werden auch weiter einen Schwerpunkt in Forschung und Entwicklung in diesen Bereich setzen.» Konkrete Kaufhilfen hat die Bundesregierung bisher nicht beschlossen.
Andere gesetzliche Regeln zur Förderung von Elektroautos lehnt der VW-Chef indes ab: «Ich kann mit etwa Fahrverbote für Innenstädte nicht vorstellen», sagte er. Winterkorn stellte beim Besuch eines VW-eigenen Forschungslabors die jüngsten Forschritte in der Batterieforschung vor. Der Konzern untersucht in Palo Alto die Möglichkeit, mit sogenannten Consumer-Batteriezellen - wie sie auch in Handys verwendet werden - Elektroautos anzutreiben.
Den Worten Winterkorns nach verspricht diese Methode deutliche Kosteneinsparungen. Während andere Batterieformen 6.000 Euro bis 12.000 Euro Zusatzkosten im Vergleich zum Benzinmotor ausmachten, seien es beim Antrieb über Consumerzellen nur 5.000 Euro mehr.
Dem Konzernchef zufolge sind Autokäufer bereit, an die 3.000 Euro für Elektroautos zusätzlich auszugeben. Das hätten Untersuchungen ergeben. Bei Batteriekosten von nur noch 5.000 Euro bleibe damit rechnerisch nur noch eine Lücke von 2.000 Euro, die beispielsweise mit Subventionen geschlossen werden müsste.
Ausgereift ist die Idee der Verwendung von Handy-Batterien indes noch nicht. «Wir brauchen mehr Regelelektronik als bei anderen Batteriekonzepten», erklärte VW-Laborchef Burkhard Huhnke. Die Consumerzellen werden nach ihren Abmessungen (18 Millimeter mal 650 Millimeter) auch 18650er Zellen genannt.
VW plant, 2013 die ersten reinen Elektrofahrzeuge auf den Markt zu bringen. Zunächst sind eine E-Version des kommenden Cityflitzers Up und ein E-Golf geplant, dann eine E-Version des Jetta und ein elektrisches Modell des chinesischen VW-Modells Lavida. Die Reichweite der Fahrzeuge wird bei 100 bis 200 Kilometer liegen.
2018 will der Konzern weltweit 300.000 E-Auto pro Jahr verkaufen und damit Marktführer werden. (© AP)




Zwischen Porsche und VW herrscht großes Vetrauen
Nun hat auch VW ein eigenes US-Werk

