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17. Juli 2010

Experten erwarten keinen Durchbruch bei Außenministerkonferenz in Kabul



Frankfurt/Main - Die Zeit wird knapp für Afghanistan. Schon im nächsten Jahr wollen die USA wie auch Deutschland mit dem Truppenabzug beginnen. Und noch immer fehlt ein Konzept, wie verhindert werden kann, dass das Land anschließend noch tiefer in jenem Chaos versinkt, in dem es ohnehin schon steckt. «Eine afghanische Lösung» müsse her, hatte Bundesaußenminister Guido Westerwelle kürzlich in einer Regierungserklärung gesagt und dabei offen gelassen, wie die konkret aussehen könne.

Am Dienstag nun will die erste internationale Afghanistankonferenz in Kabul dieser Lösung ein Stück näher kommen. Zentrales Thema: Re-Integration und Versöhnung. Ganz neu ist dieser Ansatz nicht.

Experten haben deshalb Zweifel, dass ausgerechnet mit dieser Konferenz der große Wurf gelingt. «Meine Erwartungen an die Konferenz sind relativ niedrig. In Sachen Gesprächen mit den Taliban erkenne ich keine übereinstimmende Linie zwischen den maßgeblichen ausländischen Regierungen und der von Präsident Hamid Karsai», sagt Thomas Ruttig, Co-Direktor des Afghanistan Analyst Networks, einer unabhängigen Denkfabrik mit Sitz in Kabul und Berlin. So sei die US-Regierung sehr reserviert gegenüber dieser Versöhnungsstrategie, «weil sie weiter auf eine militärische Schwächung der Taliban setzt». Afghanistan aber brauche die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft, um eine solche Strategie überhaupt umzusetzen.

Der Afghanistanexperte erinnert sich nur zu gut an frühere Versuche, Taliban-Kämpfer mittels finanzieller Anreize zum Überlaufen zu bewegen. «Ein ähnliches Programm (PTS) gab es schon früher, aber das bereitgestellte Geld ist größtenteils in korrupte Kanäle geflossen. Ob es nun eine bessere Kontrolle gibt, bezweifle ich», sagte er.  weiterlesen >>


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