"Jahrzehntelang Pädophile geschützt": Verschlossene Auster für katholische Kirche

veröffentlicht am 10.07.2010


Wegen ihres Umgangs mit dem Missbrauchsskandal bekommt die katholische Kirche in diesem Jahr den Kritikpreis «Verschlossene Auster» für den «Informationsblockierer des Jahres». Dies erklärte die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche am Samstag auf ihrer Jahreskonferenz in Hamburg. «Die deutschen Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen lassen», erklärte Thomas Leif, Vorsitzender des Netzwerkes.

 

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Hamburg - Wegen ihres Umgangs mit dem Missbrauchsskandal bekommt die katholische Kirche in diesem Jahr den Kritikpreis «Verschlossene Auster» für den «Informationsblockierer des Jahres». Dies erklärte die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche am Samstag auf ihrer Jahreskonferenz in Hamburg. «Die deutschen Bischöfe geben bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nur die Tatsachen zu, die sich nicht mehr leugnen lassen», erklärte Thomas Leif, Vorsitzender des Netzwerkes.


Jahrzehntelang sei geschwiegen und pädophile Pfarrer trotz bekannter Fälle des sexuellen Missbrauchs immer wieder geschützt worden, sagte er. Die katholische Kirche habe trotz vieler Medienberichte nur selten Bereitschaft zur Aufklärung gezeigt.


Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, erklärte, die Kirche wolle sich der Kritik stellen. «In der Kommunikationsarbeit haben wir durchaus nicht alles richtig gemacht», sagte er. Die katholische Kirche befinde sich derzeit in ihrer größten Krise seit 1945. «Wir haben uns zu lange schützend vor die Täter gestellt», sagte Kopp.  (© AP)



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