Umweltbundesamt empfiehlt Alternativen zu Bisphenol A

veröffentlicht am 09.06.2010


Eine der meistproduzierten Chemikalien ist möglicherweise gesundheitsschädlich. Auf unerwünschte Nebenwirkungen von Bisphenol A wies das Umweltbundesamt (UBA) in einem am Mittwoch in Dessau vorgestellten Hintergrundpapier hin. Die Chemikalie, die ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirkt, steckt unter anderem in Babyflaschen und Plastikschüsseln.

 

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Dessau - Eine der meistproduzierten Chemikalien ist möglicherweise gesundheitsschädlich. Auf unerwünschte Nebenwirkungen von Bisphenol A wies das Umweltbundesamt (UBA) in einem am Mittwoch in Dessau vorgestellten Hintergrundpapier hin. Die Chemikalie, die ähnlich wie das weibliche Sexualhormon Östrogen wirkt, steckt unter anderem in Babyflaschen und Plastikschüsseln. UBA-Präsident Jochen Flasbarth empfahl Herstellern und Nutzern, vorsorglich alternative Stoffe einzusetzen und so Mensch und Umwelt zu schützen.


Bisphenol A war eine der ersten synthetischen Substanzen, die die Wirkung des weiblichen Sexualhormon Östrogen nachahmen können. Als Arzneimittel nicht zu gebrauchen, machte es Karriere als Industriechemikalie und ist heute in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs zu finden, in Konservendosen, CDs und DVDs, im Kassenzettel aus Thermopapier oder in Plastikschüsseln, Lebensmittelverpackungen und Nuckelflaschen.


Daraus kann sich der Stoff lösen und vom Menschen aufgenommen werden. Studien an Säugetieren und Fischen zeigten, dass Bisphenol A bei einigen Organismen die Fortpflanzung stört. Nach Angaben des Umweltbundesamtes produziert die Chemische Industrie weltweit pro Jahr 3,8 Millionen Tonnen Bisphenol A. Fast ein Drittel der Weltproduktion entfiel 2005/2006 auf die EU-Staaten und auf Deutschland rund 70 Prozent der europäischen Produktion.


Wie gefährlich Bisphenol A für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sein kann, ist allerdings umstritten. Während einige Wissenschaftler Alarm schlagen, sehen andere ein nur geringes oder kein akutes gesundheitliches Risiko. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA bewertet Produkte auf der Basis von Bisphenol A für Verbraucher derzeit als unbedenklich. Kanada, Dänemark und Frankreich dagegen haben aus Vorsorgegründen Bisphenol- A-haltige Babyflaschen und andere Produkte für Kinder verboten.


Aus Sicht des Umweltbundesamtes sollte die Verwendung bestimmter Bisphenol-A-haltiger Produkte aus Vorsorgegründen beschränkt werden, fordert UBA-Präsident Flasbarth. Nach der europäischen Chemikalienverordnung sind Unternehmen, die Bisphenol A herstellen oder verwenden, selbst für die Risikobewertung verantwortlich. Die Ergebnisse müssen den europäischen Behörden bis Ende November vorliegen. Das Umweltbundesamt will nach genauer Prüfung dieses Registrierungsdossiers entscheiden, welche zusätzlichen Maßnahmen zum Schutz von Mensch und Umwelt möglich und notwendig sind.  (© AP)



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