Asien-Pazifik-Konferenz: Brüderle zieht positive Bilanz

veröffentlicht am 15.05.2010


Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat eine positive Bilanz der von der Euro-Krise überschatteten Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft gezogen. Zum Abschluss der zweitägigen Tagung mit 750 Teilnehmern sagte der FDP-Politiker am Samstag, es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, nach Singapur zu reisen. «Aber wir können nicht alle zu Hause nur auf die Probleme starren.»

 

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Singapur - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat eine positive Bilanz der von der Euro-Krise überschatteten Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft gezogen. Zum Abschluss der zweitägigen Tagung mit 750 Teilnehmern sagte der FDP-Politiker am Samstag, es sei eine schwierige Entscheidung gewesen, nach Singapur zu reisen. «Aber wir können nicht alle zu Hause nur auf die Probleme starren.»


Brüderle nannte die Äußerung von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, dass Griechenland seine Schulden nicht zurückzahlen könne, «sehr merkwürdig, sehr überraschend, sehr ungewöhnlich». Der Minister verteidigte den 750-Milliarden-Rettungsschirm der EU für den Euro und sagte: «Europa gibt sich selbst mit diesem Schutzwall eine neue Chance.»


Jetzt könnten «Geburtsfehler» des Euro ausgeglichen werden, erklärte der Wirtschaftsminister. Denn für den Fall eines Staatsbankrotts gebe es bislang keine Regelung. Auch sei das Instrumentarium im Stabilitätspakt des Euro unvollständig. Und schließlich bedeute eine gemeinsame Währung auch ein Mindestmaß an ähnlichen Vorstellungen.


Der Vorsitzende der Konferenz, der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht, sagte, Brüderle könne nicht erstmals Minister der zehn südostasiatischen ASEAN-Länder nach Singapur einladen und dann selbst nicht kommen. «Was für ein Signal ist denn das für den Euro?», fragte Hambrecht. «Asiaten denken grundsätzlich anders - gerade in der Krise muss man her und Flagge zeigen!»


Brüderle sagte, Deutschland und Europa müssten bei Forschung und Entwicklung verstärkt auf die Kooperation mit Asien setzen. «Wir können nicht in allen Wissenschaftsfeldern nur Weltspitze sein.» So arbeite bereits heute beispielsweise im Sektor Elektromobilität Daimler mit China bei der Batterietechnik zusammen. «Wenn andere eine gute Idee haben, ist es legitim, sie einzubauen», erklärte der Minister. «Da liegt eine mentale Schwäche Deutschlands.»


Die Amerikaner holten sich dagegen schneller das zusammen, was sie selbst nicht hätten. Auch der Stadtstaat Singapur sei noch nicht überall Spitze. «Aber sie kaufen sich die Spitze weltweit ein.»  (© AP)



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