Robbe sieht keine Notwendigkeit für neues Afghanistan-Mandat
veröffentlicht am 16.04.2010

Der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, sieht keine Notwendigkeit für eine Änderung des Afghanistan-Mandates der Bundeswehr. Im ARD-Morgenmagazin sagte er am Freitag, auch die Partnering-Strategie deutscher und afghanischer Truppen lasse sich unter dem Mandat subsumieren. «Insofern kann ich keine Notwendigkeit für ein neues Mandat erkennen».
Berlin - Der scheidende Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, sieht keine Notwendigkeit für eine Änderung des Afghanistan-Mandates der Bundeswehr. Im ARD-Morgenmagazin sagte er am Freitag, auch die Partnering-Strategie deutscher und afghanischer Truppen lasse sich unter dem Mandat subsumieren. «Insofern kann ich keine Notwendigkeit für ein neues Mandat erkennen».
Nach den neuen Todesfällen bei der Bundeswehr in Afghanistan plädierte der SPD-Politiker Robbe für mehr Verständnis für die Soldaten. Sie verfolgten manche der politischen Debatten mit Kopfschütteln. Sie könnten nicht nachvollziehen, dass nach einem Anschlag schnell mit irgendwelchen Forderungen nach Abzug hantiert werde. «Die Soldaten wünschen sich im Grunde erstens, dass sich die Mitbürger mehr interessieren und zweitens, dass gewürdigt wird, was sie im Moment erdulden und erleiden müssen.»
Vielen Bürgern sei nicht bewusst, was es bedeutet, über Tage hinweg Gefechten ausgesetzt zu sein und dann mit den Folgen nach Hause zu kommen. «Die Soldaten tragen den Einsatz mit und erstaunlicherweise gerade nach so einem schlimmen Anschlag wie gestern», sagte Robbe. Am Donnerstag waren bei schweren Gefechten vier Bundeswehr-Soldaten getötet und fünf verletzt worden.
Die neue Strategie der Bundeswehr, wonach die Soldaten vermehrt außerhalb der Lager mehr aktiv werden sollten, erhöhe das Sicherheitsrisiko, betonte Robbe. Es könne zu mehr Anschlägen und zu mehr Gefechten kommen. «Die Soldaten sind darauf eingestellt, aber ich hoffe, dass unsere Gesellschaft dies ebenso nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern sich auch inhaltlich damit auseinandersetzt», sagte Robbe. (© AP)




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