Neuer Doping-Test weist männliche Hormone auch langfristig nach
veröffentlicht am 29.03.2010

Muskelaufbauende Geschlechts-Hormone können mit einem neuen Dopingtest länger als bisher im Körper nachgewiesen werden. Wie die Dresdner Uniklinik mitteilte, entwickelten dortige Forscher gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Bochum ein entsprechendes neuartiges Testverfahren. Grundlage sei die messbare Wirkung im Hormonhaushalt.
Dresden - Muskelaufbauende Geschlechts-Hormone können mit einem neuen Dopingtest länger als bisher im Körper nachgewiesen werden. Wie die Dresdner Uniklinik mitteilte, entwickelten dortige Forscher gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Bochum ein entsprechendes neuartiges Testverfahren. Grundlage sei die messbare Wirkung im Hormonhaushalt. Die Mediziner hatten die Folgen von Doping mit dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron bei jungen Bodybuildern untersucht.
Dabei fanden sie den Angaben zufolge heraus, dass das im Hoden produzierte Hormon Inhibin B «sehr sensibel» auf die Einnahme von Testosteron reagiert. Demnach bewirkt von außen zugeführtes Testosteron einen deutlichen Abfall des Hormons Inhibin B über einen längeren Zeitraum. Während bisherige Methoden nur kurzfristige hormonelle Veränderungen messen könnten, handele es sich beim neuen Test um eine Art Langzeit-Dopinggedächtnis, hieß es.
Das männliche Geschlechtshormon Testosteron wirkt muskelaufbauend. In der Vergangenheit war bereits mit bisherigen Methoden mehrfach Testosteron-Doping unter anderem im Profiradsport aufgeflogen. Die Wissenschaftler, die ihre Forschungsergebnisse in der aktuellen Ausgabe von «Clinical Journal of Sport Medicine» vorstellen, erklärten, der Missbrauch spiele auch im Breitensport eine bislang unterschätzte Rolle.
Zugleich warnten sie vor der Einnahme derartiger Präparate, die oft aus illegalen Labors stammten. Die Forscher betonten, es drohten schwere gesundheitliche Risiken. Außer möglichen Infektionen wegen unsauberer Präparate stellten auch die oft viel zu hohen Dosen eine Gefahr dar. Negative Auswirkungen könne dies unter anderem auf die Funktionsfähigkeit der Hoden und die Zeugungsfähigkeit haben. (© AP)




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