"Der Kautions-Cop": Einkriegezeck mit Jennifer Aniston und Gerard Butler
veröffentlicht am 29.03.2010

Reporterin Nicole lässt eine dringende Gerichtsvorladung sausen, weil sie einer heißen Story auf der Spur ist. Daraufhin wird ein Haftbefehl gegen sie ausgestellt. Ausgerechnet ihr geschiedener Mann Milo, der vom Polizist zum Kopfgeldjäger abstieg und seiner Ex heftig grollt, soll sie bei der Polizei abliefern.
Frankfurt/Main - Reporterin Nicole lässt eine dringende Gerichtsvorladung sausen, weil sie einer heißen Story auf der Spur ist. Daraufhin wird ein Haftbefehl gegen sie ausgestellt. Ausgerechnet ihr geschiedener Mann Milo, der vom Polizist zum Kopfgeldjäger abstieg und seiner Ex heftig grollt, soll sie bei der Polizei abliefern. Was sich liebt, das neckt sich: In der am 1. April anlaufenden Krimikomödie «Der Kautions-Cop» müssen sich mit Jennifer Aniston und Gerard Butler zwei ausnehmend attraktive Streithähne versöhnen.
Und während Nicole versucht, einen vermeintlichen Selbstmord aufzuklären, muss sie ihrem Ex-Gatten davonlaufen - was im engen Rock und in Stöckeln zwar gut aussieht, aber nicht gut funktioniert. Außer von ihrem Ex-Gatten, der seinerseits auch mal seinen durchtrainierten Oberkörper zeigt, wird Nicole von einem verliebten Kollegen verfolgt. Auf Milo machen überdies zwei Geldeintreiber Jagd. Beim Katz-und-Maus-Spiel mit Gangstern rauft sich das Paar wieder zusammen, gerät zufällig in das romantische Hotel, in dem es einst Hochzeitsurlaub machte, und erlebt auf der Zielgeraden zum Happy End noch weitere auf turbulent getrimmte Abenteuer.
Der Film imitiert mit seinem temporeichen Gekasper, das von schwungvoller Musik untermalt wird, den Geist sorgloser 80er-Jahre-Komödien und erinnert mit seinen bissigen Dialogen auch an klassische Screwball-Wortgefechte. Süffige Nebenfiguren wie Christine Baranski (»Mamma Mia») als Nicoles hartgesottene Mutter, oder die Kaugummi kauende Sekretärin von Milo, steuern weitere Pointen bei. Doch leider ist die Krimihandlung so hanebüchen wie die Liebesgeschichte, in der die arme Jennifer Aniston wieder einiges durchmachen muss.
Die Schauspielerin, die ihr Talent seit Jahren vorwiegend in läppischen Beziehungskomödien verschwendet, muss sich hier mit Handschellen ans Auto und ans Bett fesseln lassen und als Nicole so tun, als ob ein saufender, zockender und schmuddeliger Typ insgeheim ihre große Liebe sei. Kann Aniston als schnippische Zimtzicke immerhin mit Situationskomik überzeugen, so wirkt Gerard Butler (»Die nackte Wahrheit») in seiner Paraderolle als draufgängerischer Hallodri diesmal wie eine aufgezogene Puppe. Denn nie wird klar, warum Milo eine solche Wut auf seine Ex hat. Und warum er überhaupt mal mit ihr verheiratet war.
So entwickeln die beiden Stars, solo durchaus sympathisch, beim gegenseitigen Austricksen und neu verlieben kaum Charme. Regisseur Andy Tennant, der mit seinem ungeschickten Lavieren zwischen Lovestory und Actionkrimi bereits die Komödie «Ein Schatz zum Verlieben» in den Sand gesetzt hatte, gibt sich auch diesmal wenig Mühe, eine einigermaßen stringente Geschichte zu inszenieren.
Die lustlosen Klischees und die konfuse Gemengelage werden immerhin notdürftig durch den Sex-Appeal der Hauptdarsteller ausgeglichen. Und nur diesen ist es zu verdanken, dass die Komödie nicht gleich in der Videothek gelandet ist. (© AP)




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