Verheerende Niederlage für Sarkozy-Partei in Frankreich
veröffentlicht am 22.03.2010

Bei der Regionalwahl in Frankreich haben die Linken der konservativen Partei von Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine verheerende Niederlage zugefügt und Optimismus für die anstehende Präsidentschaftswahl getankt: Nach Auszählung von 93 Prozent der Stimmen siegte der Pakt von Sozialisten, Grünen und Kommunisten in sämtlichen Festlandregionen und auf Korsika. Landesweit lag das Ergebnis bei 53,8 Prozent. Die UMP landete abgeschlagen bei knapp 35 Prozent.
Paris - Bei der Regionalwahl in Frankreich haben die Linken der konservativen Partei von Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine verheerende Niederlage zugefügt und Optimismus für die anstehende Präsidentschaftswahl getankt: Nach Auszählung von 93 Prozent der Stimmen siegte der Pakt von Sozialisten, Grünen und Kommunisten in sämtlichen Festlandregionen und auf Korsika. Landesweit lag das Ergebnis bei 53,8 Prozent. Die UMP landete abgeschlagen bei knapp 35 Prozent. Allein im Elsass behauptete sich der konservative Regionalpräsident.
Der Ausgang der Regionalwahl ist ein herber Dämpfer für Sarkozy zwei Jahre vor der nächsten Präsidentschaftswahl. Premierminister Francois Fillon räumte die Niederlage enttäuscht ein und erklärte, er übernehme seinen Teil der Verantwortung. Am Montag werde er mit Sarkozy das Ergebnis analysieren.
Die Sozialisten sehen sich dagegen im Aufwind. Parteichefin Martine Aubry erklärte, man trage den Sieg mit Verantwortung. Expräsidentschaftskandidatin Ségolène Royal, die in ihrer Region Poitou-Charentes auf 60 Prozent der Stimmen kam, deutete das Ergebnis als «Wahl für die Hoffnung» und zu einem «Sieg für das ganze Land».
Viele konservative Stammwähler sind von Sarkozy und seiner als hektisch und undurchdacht empfunden Reformpolitik enttäuscht. Steigende Arbeitslosigkeit und sinkende Kaufkraft haben zum Popularitätsverlust des einstigen Hoffnungsträgers beigetragen. Ein Teil aus dem Sarkozy-Lager wanderte zur rechtsextremen Nationalen Front von Jean-Marie Le Pen ab, die noch in zwölf Regionen angetreten war und auf zehn Prozent der Stimmen kam. In einigen Regionen landete sie sogar bei mehr als 20 Prozent. Marine Le Pen erklärte, die Partei sei nun wieder ein «starker Akteur».
Die UMP blieb schon in der ersten Runde unter 40 Prozent. Nach einem Anteil von gemeinsam 53,5 Prozent der Stimmen vor einer Woche schmiedeten die Sozialisten Bündnisse mit der grünen Sammelpartei Europe Ecologie und der Linksfront, der auch die Kommunisten angehören. In der zweiten Runde konnten das Bündnis seinen Vorsprung noch ausbauen.
«Das ist prima», freute sich der Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit. «Aber die Schwierigkeiten beginnen erst.» Nun gehe es daran, dass Sozialisten und Grüne ein tragfähiges Projekt aufbauten, um ein erneutes Scheitern wie bei der vergangenen Präsidentschaftswahl in zwei Jahren zu vermeiden. (© AP)




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