|
20. März 2010
TK-Chef fordert Privatisierung der Krankenkassen
Frankfurt/Main - Der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, hat die Privatisierung der gesetzlichen Krankenversicherungen gefordert. Sie könnten dann «wie Unternehmen in einem engen, gesetzlichen Rahmen, aber nicht gewinnorientiert» geführt werden, sagte Klusen der «Bild»-Zeitung zufolge. Die Einführung einer Kopfpauschale lehnte er ab. Dagegen empfahl der niederländische Gesundheitsminister Ab Klink Deutschland dieses Modell, das vor vier Jahren in seinem Land eingeführt wurde.
Klusen sagte: «Der unerträgliche Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatient muss weg.» Die Vorstöße von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler bewertete er als positiv. «Wenn er das so durchsetzt - Einsparungen im Pharmabereich, Neuregelungen für den Arzneimittelgroßhandel - wäre das die mutigste und nachhaltigste Reform, die je ein Gesundheitsminister im Arzneimittelbereich gemacht hat.»
Zur Einführung einer Kopfpauschale in Höhe von 20 bis 30 Euro sagte Klusen: «Das würde 4,8 Milliarden Euro Steuerausgleich kosten.» Sechs Euro Prämie erforderten etwa eine Milliarde Euro Transferbedarf, wolle man die Menschen nicht schlechter stellen als heute.
Demgegenüber erklärte der Gesundheitsminister der Niederlande, Klink, mit der Einführung einer Kopfpauschale sei das Gesundheitssystem in seinem Land gerechter geworden. Der Sozialausgleich funktioniere «glatt und problemlos», die Krankenkassen stünden unter stärkerem Wettbewerbsdruck, und die befürchtete Bürokratisierung sei nicht eingetreten, wird er im «Tagesspiegel» zitiert. Allerdings riet Klink zu einer paritätischen Finanzierung. Es sei «nicht schlecht, wenn auch die Arbeitgeber ein Interesse daran haben, dass die Gesundheitskosten nicht zu stark steigen und entsprechend Druck ausüben». weiterlesen >>

|