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20. März 2010
Missbrauchsopfer sprechen von Vertuschung
Frankfurt/Main - In der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in kirchlichen und öffentlichen Einrichtungen haben Opfer den Verantwortlichen, darunter dem heutigen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Vertuschung vorgeworfen. Das Erzbistum Freiburg wies die Anschuldigungen gegen Erzbischof Robert Zollitsch umgehend als haltlos zurück. Der Anwalt von früheren Schülern der Odenwaldschule im hessischen Heppenheim beschuldigte das hessische Kultusministerium und die Staatsanwaltschaft Darmstadt der Untätigkeit.
Ein Opfer sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Freiburg in den 80er und 90er Jahren wirft nach einem Bericht der ARD-Sendung «Report Mainz» Zollitsch vor, als Personalreferent im bischöflichen Ordinariat Freiburg den Verdacht auf schweren sexuellen Missbrauch durch einen Pfarrer in der Gemeinde Oberharmersbach im Ortenaukreis «vertuscht und verdeckt» haben.
Nach Recherchen der Sendung wurde ein Pfarrer unter Mitwirkung von Zollitsch 1991 zwar in den Ruhestand versetzt. Die Staatsanwaltschaft allerdings wurde demnach erst 1995 tätig, als ein Betroffener Anzeige erstattete. Betroffene beklagten, dass sie jahrelang keine Hilfe bekommen hätten.
Nach Recherchen von «Report Mainz» missbrauchte der Pfarrer zwischen 1968 und 1991 mindestens 17 Kinder und Jugendliche, vor allem Messdiener. Das bischöfliche Ordinariat in Freiburg habe sich im April 1991 eingeschaltet, als es Hinweise und Gerüchte gegeben habe. Der damalige Personalreferent Zollitsch soll den Pfarrer persönlich mit Vorwürfen konfrontiert haben, die dieser bestritt. Er wurde dennoch in den Ruhestand versetzt, mit der Auflage, sich jeglichen Kontaktes zu Kindern und Jugendlichen zu enthalten. Über die Vorgänge wurde die Gemeinde allerdings erst 1995 informiert, nachdem sich der Pfarrer im August 1995 aufgrund der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen das Leben genommen genommen hatte. weiterlesen >>

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