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20. März 2010
Höhepunkt bei asbestbedingten Lungenerkrankungen erwartet
Werne - In den kommenden fünf Jahren ist mit einem Höhepunkt bei asbestbedingten Lungenerkrankungen zu rechnen. Davor warnt Dieter Köhler von der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin in Werne. Zur Erklärung verweist der Professor darauf, dass Asbestschutzmaßnahmen erst im Lauf der 70er Jahren eingeführt wurden und asbestbedingte Erkrankungen eine lange Latenz haben.
«Insbesondere Bauarbeiter, die in den 40er Jahren geboren wurden und dann mindestens zehn Jahre während ihrer Arbeit mit Asbestfasern in Kontakt kamen, sind gefährdet, an einem sogenannten Mesotheliom zu erkranken», sagt Köhler. Das Mesotheliom ist eine Form von Lungenkrebs, die das Brustfell befällt und in den meisten Fällen durch das Einatmen von Asbeststaub oder Glasfasern sowie Rauchen hervorgerufen wird.
Ein besonders hohes Mesotheliom-Risiko haben einer britischen Studie zufolge Zimmermänner der 40er Jahrgänge, gefolgt von Klempnern, Elektriker und Maler. Menschen, die in den 60er und 70er Jahren Asbest augesetzt waren, rät Köhler, einen Lungenfacharzt auf diesen Verdacht hinzuweisen und ihn zu befragen, ob wirklich ein erhöhtes Risiko besteht. «Tatsächlich geht nur von Asbestfasern, die eingeatmet wurden, ein Risiko aus, wobei dieses außerdem von der gesamten Dauer und Menge der Exposition mit Asbest abhängt», betont der Mediziner.
Je nach Raumgröße setzen sich Asbestpartikel nach Angaben des Experten nach etwa fünf bis zehn Minuten aus der Luft meist auf den Boden ab, von wo aus sie nicht mehr eingeatmet werden - es sei denn, sie werden wieder aufgewirbelt, wie zum Beispiel durch Sägen oder Schleifen. «Insofern hängt das Risiko immer auch von den jeweils getätigten Bauarbeiten ab», erklärt Köhler. Anwohner von Asbest belasteten Baustellen oder Asbestfabriken haben der britische Studie zufolge übrigens kein erhöhtes Krebsrisiko.

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