Festnahmen stoppten UN-Geheimkontakte mit Taliban
veröffentlicht am 20.03.2010

Pakistan soll mit Festnahmen hoher Talibanführer UN-Bemühungen um eine politische Lösung in Afghanistan gezielt unterwandert haben. Den Vorwurf erhob der kürzlich ausgeschiedene Leiter der UN-Mission in Afghanistan, Kai Eide, am Freitag im Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Vor einem Jahr hätten Gespräche begonnen, teils unter vier Augen.
Kabul - Pakistan soll mit Festnahmen hoher Talibanführer UN-Bemühungen um eine politische Lösung in Afghanistan gezielt unterwandert haben. Den Vorwurf erhob der kürzlich ausgeschiedene Leiter der UN-Mission in Afghanistan, Kai Eide, am Freitag im Interview mit der Nachrichtenagentur AP. Vor einem Jahr hätten Gespräche begonnen, teils unter vier Augen. Sie seien in Dubai und anderswo geführt worden. Doch nach der Festnahme von Taliban-Vizechef Mullah Abdul Ghani Baradar im Februar in Pakistan seien die Geheimgespräche gestoppt worden, so Eide gegenüber der BBC.
Es war das erste Mal, dass Eide direkte Kontakte mit hohen Taliban öffentlich bestätigte. Die Gespräche seien «in einem frühen Stadium» gewesen. Gegenüber der AP erhob er Vorwürfe gegenüber Pakistan: Die Regierung sei mit Sicherheit im Bilde gewesen, welche Rolle Baradar und andere Festgenommene bei dem Versuch hätten spielen sollen, eine politische Lösung für den Konflikt in Afghanistan zu finden, sagte er. Pakistan beteuerte, hinter der Ergreifung der Taliban stehe nicht der Versuch, einen Versöhnungsprozess in der Region zu torpedieren. (© AP)
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