Immunsystem spielt bei Herzschwäche wichtige Rolle
veröffentlicht am 20.03.2010

An der Entstehung einer Herzschwäche ist oft das Immunsystem maßgeblich beteiligt. Forscher der Uniklinik Würzburg wollen klären, welche Rolle die Körperabwehr in dem Erkrankungsprozess spielt.
Würzburg - An der Entstehung einer Herzschwäche ist oft das Immunsystem maßgeblich beteiligt. Forscher der Uniklinik Würzburg wollen klären, welche Rolle die Körperabwehr in dem Erkrankungsprozess spielt.
Rund 1,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Herzschwäche. Die Patienten leiden bei Anstrengung schnell an Luftnot, und zudem sammelt sich in ihrem Körper etwa in den Beinen oder in der Lunge Wasser an, was die Atemnot weiter verschlimmert. Bislang können Medikamente zwar die Symptome lindern, aber die Krankheit nicht heilen.
Oft entsteht eine Herzschwäche nach einem Herzinfarkt oder nach einer Entzündung des Herzmuskels. «Wir vermuten, dass im Verlauf der Erkrankung herzschädigende Antikörper im Blut gebildet werden», sagt der Würzburger Mediziner Roland Jahns. «Es gibt auch deutliche Anzeichen dafür, dass diese Bestandteile des Immunsystems bei vielen Patienten die Herzschwäche verursachen.»
In einer gerade begonnenen Studie wollen die Wissenschaftler klären, wie oft solche sogenannten Autoantikörper nach einem Herzinfarkt oder einer Herzmuskelentzündung entstehen. Zudem wollen sie herausfinden, wie die Konzentration dieser Antikörper im Blut mit dem Verlauf einer Herzinsuffizienz zusammenhängt.
Dazu untersuchen sie 200 Patienten mit einem ersten Herzinfarkt und ebenso viele Personen mit einer ersten akuten Herzmuskelentzündung. Zusätzlich analysieren die Wissenschaftler Blutproben von 900 Patienten, die bereits an immunbedingter Herzschwäche leiden, sowie das Blut von 300 gesunden Menschen. Mit ersten Ergebnissen rechnen sie nach Angaben der Universität in etwa zwei Jahren. (© AP)




Patienten mit Herzschwäche haben ein erhöhtes Osteoporose-Risiko
363.800 Fälle von Herzschwäche registriert
Beatmungstherapie schützt Herzschwäche-Patienten vor Rhythmusstörungen

