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20. März 2010

Bostoner Museumsraub gibt noch nach 20 Jahren Rätsel auf



Boston - An diesem Rätsel knacken Kriminalisten noch 20 Jahre später: In der Nacht zum 18. März 1990 betraten zwei als Polizisten verkleidete Diebe das Isabella-Stewart-Gardner-Museum in Boston, fesselten und knebelten zwei Wärter. Dann wanderten sie 81 Minuten lang seelenruhig durch die Galerien und bedienten sich mit Meisterwerken unter anderem von Rembrandt, Vermeer, Degas und Manet. Als sie verschwanden, hatten sie den größten Kunstraub der Geschichte abgezogen. Mehr als eine halbe Milliarde Dollar war ihre Beute wert - aber viel zu heiß, um sie zu verkaufen.

Jetzt, nach zwei Jahrzehnten, unternehmen die Ermittler einen neuen Anlauf, die Bilder wiederzubekommen. Das FBI lässt DNA-Proben noch einmal mit moderneren Methoden untersuchen. Das Museum winkt mit fünf Millionen Dollar (3,7 Millionen Euro) Belohnung, auf die auch zwei große Werbetafeln an Autobahnen hinweisen, und will keine Fragen stellen. Die Staatsanwaltschaft bietet Immunität an. «Für uns ist vorrangig, die Gemälde zurückzuerhalten», erklärt Staatsanwältin Carmen Ortiz. «Wenn jemand Informationen hat oder die Bilder in seinem Besitz, kann man über Straffreiheit reden.»

Einige der populärsten Theorien, dass etwa ein geheimnisvoller steinreicher Kunstsammler oder ein berüchtigter Bostoner Gangster dahinterstecken könnten, haben die Ermittler weitgehend ausgeschlossen. Für wahrscheinlicher halten sie es, dass es zwei gewöhnliche Diebe waren, die sich mit dem Sicherheitssystem des Museums auskannten. Möglicherweise hätten sie das atemberaubende Ausmaß ihres Fischzugs selbst unterschätzt. «Ich stelle mir vor, wie die Diebe am nächsten Morgen aufwachen und sagen: 'Wir haben gerade den größten Kunstdiebstahl der Geschichte begangen'», sagt der Sicherheitschef des Museums, Anthony Amore.

Es begann gegen 01.24 Uhr in der Nacht. Die zwei Männer - laut FBI beide weißer Hautfarbe, einer Ende 20 bis Mitte 30, der andere Anfang bis Mitte 30 - überwältigten die Wärter, fesselten und knebelten sie mit Handschellen und Klebeband. Sie ließen sich Zeit: Volle 24 Minuten verstrichen, bis sie beim Betreten der Galerie niederländischer Meister im zweiten Geschoss erstmals von einem Bewegungsmelder erfasst wurden.  weiterlesen >>


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