|
19. März 2010
NRW-Wahl: CDU will sich von Bundespartei distanzieren
Düsseldorf - In der heißen Phase des Landtagswahlkampfes will die CDU in Nordrhein-Westfalen offenbar spürbar auf Distanz zur eigenen Bundespartei gehen. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers soll als eine Art überparteilicher Krisenmanager etabliert werden, wie die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» (WAZ) unter Berufung auf ein vertrauliches Strategiepapier schreibt. Das Konzept sollte am Freitag im CDU-Landesvorstand thematisiert werden. Die CDU war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Auf Basis von Umfragen in der Bevölkerung und in sogenannten Fokusgruppen in Essen, Bochum und Köln kommen die Experten demnach zu dem Fazit, dass die nordrhein-westfälische CDU «anders, positiver, sozialer» wahrgenommen werde als die Mutterpartei im Bund. Kanzlerin Angela Merkel wird in dem Papier aber weiterhin als populäre Zugnummer bewertet und soll bis zur Landtagswahl am 9. Mai 15 Mal an Rhein und Ruhr auftreten. Die FDP als Koalitionspartner werde hingegen ähnlich negativ gesehen wie deren Bundespartei.
Rot-Rot will die CDU knapp zwei Monate vor dem Urnengang als drohende Alternative zur «zentralen Entscheidungsfrage» stilisieren. Die Warnung vor Rot-Rot mobilisiere bürgerliche Wähler und demobilisiere im älteren SPD-Klientel ab 50 Jahre aufwärts, heißt es demnach.
Ministerpräsident Rüttgers soll im Zuge der Wahlkampagne als «Garant für stabile Verhältnisse» ins Zentrum gerückt werden. Da die Bürger sich zunehmend um die Folgen der Wirtschaftskrise sorgten, müsse der Wert der guten Führung betont werden. Über SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft wird aus den Fokusgruppen der «WAZ» zufolge wenig Schmeichelhaftes zitiert: «Ganz nett, aber die kann das nicht.» weiterlesen >>

|