|
18. März 2010
Mehr Versicherungsabschlüsse in der Krise
Berlin - In der Krise schließen die Deutschen verstärkt Versicherungen ab. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Demnach sind die Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2008 um 4,1 Prozent auf 171 Milliarden Euro gestiegen. «Wir haben im außerordentlich schwierigen Jahr 2009 Substanz und Stabilität bewiesen», sagte GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen in Berlin.
Insbesondere der Lebensversicherungsmarkt habe sich behaupten können. Hier seien die die Beitragseinnahmen um 6,6 Prozent auf 81,4 Milliarden Euro gestiegen. Die private Krankenversicherung verzeichnete nach GDV-Angaben ein Beitragswachstum von 3,8 Prozent auf 31,5 Milliarden Euro. Neben mehr als 100.000 neuen voll privat Versicherten wurden im vergangenen Jahr 730.000 Zusatzversicherungen abgeschlossen. Die Schaden- und Unfallversicherer konnten ihr Vorjahresniveau halten.
Als erfreulich wertete der Vorsitzende des GDV-Ausschusses Lebensversicherung, Maximilian Zimmerer, den Anstieg der abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsversicherungen um 17 Prozent. «Das zeigt, dass immer mehr Menschen erkennen, wie wichtig die Absicherung von Basisrisiken ist», sagte er. «Unsere Kunden suchen nach Sicherheit.» Auch die Verbreitung der Riester-Rente sei 2009 vorangekommen. So wurden zwar 25 Prozent weniger Verträge abgeschlossen als noch 2008. Dennoch sei die Gesamtzahl der Riester-Abschlüsse um 7,7 Prozent auf 9,8 Millionen gestiegen.
Scharfe Kritik übte GDV-Präsident Hoenen an der derzeitigen Diskussion, die von der Bundesregierung geplante Sonderabgabe für Banken auch auf Versicherungen auszuweiten. Die Versicherungswirtschaft habe die Folgen der Bankenkrise für ihre Kunden abgefedert, kein Versicherer habe Staatshilfen in Anspruch nehmen müssen. Deshalb sei es «absurd, deutsche Versicherer zur Mitfinanzierung einer Krise heranzuziehen, die sie weder verursacht noch verstärkt haben», sagte Hoenen. weiterlesen >>

|