Deutsche Telekom auf der Suche nach neuen Wachstumsfeldern
veröffentlicht am 17.03.2010

Angesichts sinkender Umsätze bei Festnetz und Mobiltelefon sucht die Telekom neue Wachstumsfelder. Vorstandschef René Obermann legte am Mittwoch in Bonn die Strategie des Konzerns bis 2015 vor. Nicht nur durch mobiles Internet, sondern auch durch Ausweitung von Angeboten wie Internet-Fernsehen, Musik- und Softwaredownloads sowie intelligente Netzlösungen für die Medien oder die Autofahrer sollen die erwarteten Umsatzrückgänge mehr als ausgeglichen werden.
Bonn - Angesichts sinkender Umsätze bei Festnetz und Mobiltelefon sucht die Telekom neue Wachstumsfelder. Vorstandschef René Obermann legte am Mittwoch in Bonn die Strategie des Konzerns bis 2015 vor. Nicht nur durch mobiles Internet, sondern auch durch Ausweitung von Angeboten wie Internet-Fernsehen, Musik- und Softwaredownloads sowie intelligente Netzlösungen für die Medien oder die Autofahrer sollen die erwarteten Umsatzrückgänge mehr als ausgeglichen werden.
Nicht mehr geben werde es multimilliardenteure Zukäufe, sagte Obermann. Die neue Strategie steht unter dem Titel «Verbessern - Verändern - Erneuern». Der Telekommunikationsriese sieht in den nächsten Jahren eine massiv steigende Nachfrage im globalen Datenverkehr, sowohl im Festnetz als auch verstärkt per Mobilfunk. Er müsse aber «lernen, mit dem sinkenden Preisniveau umzugehen», erklärte Obermann.
Um spätestens ab 2012 wieder Wachstum zu erzielen, hat die Telekom fünf Wachstumsfelder ausgemacht. Eine der wichtigsten Veränderungen dürfte die Öffnung für vielfältige Zusammenarbeit und Partnerschaften sein. Das sei «eine kulturelle Weiterentwicklung» für den Konzern, betonte Obermann. Die Telekom wolle «der beste Partner der Internetwirtschaft werden». Sie wolle ihre Netze, vor allem aber auch damit verbundene Dienstleistungen wie Micropayment, also das Abrechnen von Centbeträgen beispielsweise für das Lesen eines Zeitungsartikels, auch für kleinere Anbieter öffnen.
Die Telekom will nicht nur das Angebot eigener Inhalte für Privatkunden ebenso wie für Geschäftskunden ausbauen. Auch andere Anbieter sollen auf der Basis standardisierter IT-Leistungen maßgeschneiderte und flexible Pakete für ihre eigenen Geschäfte buchen können. Die Dienstleistung der Telekom geht dabei über die bloße Bereitstellung der nötigen Leitungskapazität hinaus.
Aber auch die Netze sollen weiter ausgebaut werden. Obermann kündigte Investitionen von rund 10 Milliarden Euro innerhalb der nächsten drei Jahre in Deutschland an. Dazu gehört der Aufbau von schnellen Glasfasernetzen bis zum Endkunden. Die neue Technik soll VDSL ergänzen und bis 2012 etwa zehn Prozent aller Haushalte in Deutschland erreichen. Beginnen soll der Ausbau Ende 2010 mit einem Pilotversuch in Dresden, wo Anschlussgeschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde erreicht werden sollen, 20 Mal schneller als VDSL.
Mit diesen Plänen greift die Telekom die Kabelfernsehgesellschaften an, die ihrerseits verstärkt auch Internet über ihre Leitungen anbieten. In diesen Bereich fällt auch das Ziel, in drei Jahren Marktführer beim Pay-TV in Deutschland sein zu wollen.
Insgesamt erhofft sich die Telekom aus den neuen Geschäftsbereichen bis 2015 zusätzliche Umsätze von etwa 13 Milliarden Euro pro Jahr. Das sollte nach den Worten Obermanns reichen, um das angestrebte Wachstum auf dem Niveau des Bruttoinlandsprodukts zu schaffen. (© AP)




Kuba soll ans Glasfasernetz angeschlossen werden
EU erzwingt offenes Glasfasernetz

