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17. März 2010
Deutscher Wohnungsbau erholt sich
Wiesbaden - Erstmals seit dem Wegfall der Eigenheimzulage sind in Deutschland wieder mehr Wohnungen gebaut worden. Im Vergleich zu 2008 stieg die Zahl der Baugenehmigungen um 1,9 Prozent auf 178.000, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Vorausgegangen war ein dramatischer Rückgang von etwa 26 Prozent im Jahr 2007 und 4 Prozent im Jahr darauf, obwohl die wirtschaftliche Lage damals deutlich besser als heute war. Jedoch wurde 2006 die Eigenheimzulage abgeschafft.
Von den 178.000 genehmigten Wohnungen im vergangenen Jahr waren 154.100 Neubauten. Im Rest sind etwa Umbauten an bestehenden Häusern oder Anbauten enthalten. Bei den Neubauten gab es ein deutliches Plus bei Mehrfamilienhäusern (5,4 Prozent), während der Zuwachs bei Einfamilienhäusern (2,1 Prozent) und Zweifamilienhäusern (1,6 Prozent) moderat ausfiel.
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sieht die Zahlen als Beleg, dass in Deutschland zu wenig Wohnungen gebaut würden. Der Neubaubedarf werde jährlich auf mindestens 250.000 Wohnungen veranschlagt. Gewerkschaftschef Klaus Wiesehügel beklagte, dass die Förderung von Wohnungsneubauten schrittweise abgeschafft worden sei. «Durch den dramatischen Rückgang der Zahl der fertiggestellten Wohnungen sind in den letzten Jahren Zehntausende von Arbeitsplätzen weggefallen», erklärte er in einer Mitteilung.
Die Abschaffung der Eigenheimzulage geht auf die Anfangstage der Großen Koalition im Jahr 2005 zurück. Damals wurde im Schnellverfahren beschlossen, die milliardenschwere Subvention vom 1. Januar 2006 an nicht mehr zu gewähren. Wer vor diesem Datum baute oder zumindest konkrete Planungen hatte, konnte noch davon profitieren. Die Unterstützung lohnte sich vor allem für Familien: Die Zulage betrug damals jährlich 1.250 Euro plus 800 Euro pro Kind und wurde acht Jahre lang gezahlt. Eine Familie mit zwei Kindern konnte so an insgesamt 22.800 Euro Zuschuss kommen. weiterlesen >>

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