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17. März 2010
Denkmalschutz adé: Niedersächsischer Landtag für Abriss von Plenarsaal
Hannover - Der unter Denkmalschutz stehende Plenarsaal des niedersächsischen Landtages wird abgerissen. Das Parlament in Hannover beschloss am Dienstag mit breiter Mehrheit, den fast 50 Jahre alten und von dem Architekten Dieter Oesterlen entworfenen Plenarsaal durch einen Neubau zu ersetzen. Für den Neubau votierten 91 Parlamentarier, für einen Umbau nur 39 Abgeordnete. Der 1962 eingeweihte Oesterlen-Bau gilt als wichtiges Zeugnis moderner deutscher Nachkriegsarchitektur.
Die breite Mehrheit aus Abgeordneten der Fraktionen von CDU, FDP und SPD sprach sich zugleich für die Realisierung eines Neubauentwurfs des Kölner Architekten Eun Young Yi aus. Dessen Vorschlag eines von Säulen und Glasfassaden geprägten Gebäudes hatte in einem Wettbewerb des Landtages den ersten Preis gewonnen. Einen Umbau des Plenarsaalgebäudes sah ein Entwurf des Hamburger Architekten Walter Gebhardt vor, des zweiten Preisträgers des Wettbewerbs.
Die Landtagsabgeordneten konnten am Ende ohne Fraktionszwang zwischen den Alternativen entscheiden. Dabei stimmten zwölf Parlamentarier gegen beide Vorschläge. Zehn, unter ihnen Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), enthielten sich. Bei einer vorangegangenen grundsätzlichen Abstimmung sprach sich der CDU-Politiker sogar zusammen mit der Links-Fraktion gegen jeden Um- oder Neubau des Plenarsaales aus.
Seine Position habe leider keine Mehrheit gefunden, bedauerte Wulff nach der Abstimmung. Der Ministerpräsident ergriff in der Landtagsdebatte nicht das Wort, hatte zuvor aber angesichts leerer öffentlichen Kassen für Bescheidenheit bei den Bauplänen geworben. Nach dem Votum des Landtages kündigte er an, dass die Landesregierung alles Notwendige zur Umsetzung des Beschlusses tun werde. Es sei wichtig, für die Entscheidung zu werben und wegen der Baukosten keine Politikverdrossenheit aufkommen zu lassen. weiterlesen >>

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