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16. März 2010

Pharmaindustrie will kein Kostentreiber sein



Berlin - Die Pharmaindustrie sieht sich von Gesundheitsminister Philipp Rösler pauschal als Kostentreiber abgestempelt. Tatsächlich seien die Arzneimittelhersteller nur zu etwa elf Prozent für die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung verantwortlich, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Bernd Wegener, am Dienstag in Berlin. «Ich habe es satt, als Buhmann der Nation dazustehen, als Schmarotzer und Gewinner zulasten kranker Menschen», monierte Wegener.

Auch die Pharmabranche sehe angesichts des für 2010 prognostizierten Defizits in der gesetzlichen Krankenversicherung von acht Milliarden Euro Handlungsbedarf, erklärte der Verbandschef. Deshalb habe man vorgeschlagen, die Preise für patentgeschützte Medikamente in Verhandlungen zwischen Unternehmen und Kassen zu regeln. Falls es innerhalb von fünf Jahren nicht zu ausreichend viel Einzelverträgen komme, solle es zu Preisverhandlungen mit einer zentralen Institution kommen, die auf Kosten-Nutzen-Bewertungen basieren.

Doch nun habe Rösler die Verhandlungslösung mit einem Preismoratorium zur Zulassung und einem dazugehörigen Preisabschlag kombiniert, kritisierte Wegener. «Das ist nicht nur ein Rückfall in planwirtschaftlichen Dirigismus, sondern auch der völlig falsche Weg.» Bei einem neuen Arzneimittel könne man kein Preismoratorium festlegen, und auch die Nutzenbewertung sei zum Zeitpunkt der Zulassung nicht möglich.

Außerdem sei die Erhöhung der Zwangsabschläge falsch, meinte Wegener. Die Hersteller hätten seit 2002 bereits mehr als sieben Milliarden Euro Zwangsrabatte gewährt. Das Preisniveau für Arzneimittel habe 2009 unter dem von 1983 gelegen. Die Ausgaben für Medikamente seien im vergangenen Jahr im vereinbarten Rahmen geblieben und betrügen nur elf Prozent der Ausgaben der GKV. «Wer will ein reformbedürftiges System über elf Prozent der Ausgaben sanieren», fragte der BPI-Vorsitzende.


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