Europas Börsen: Schwache Zahlen belasten österreichische Post
veröffentlicht am 16.03.2010

Die europäischen Börsen tendieren am Dienstagmittag freundlich. Im Vorfeld der Zinsentscheidung durch die US-Notenbank wird das Marktgeschehen als abwartend eingestuft. Im Hintergrund wirke der große Verfallstermin an der Termin- und Optionsbörse am Freitag stützend.
Frankfurt - Die europäischen Börsen tendieren am Dienstagmittag freundlich. Im Vorfeld der Zinsentscheidung durch die US-Notenbank wird das Marktgeschehen als abwartend eingestuft. Im Hintergrund wirke der große Verfallstermin an der Termin- und Optionsbörse am Freitag stützend. Der Dow-Jones-Euro-Stoxx-50 legt gegen 12.42 Uhr um 0,7% oder 20 auf 2.890 Punkte zu. Der Stoxx-50 steigt um 0,7% bzw 17 auf 2.582 Zähler.
Der am Vormittag veröffentlichte ZEW-Index der Konjunkturerwartungen aus Deutschland ist nach Einschätzung der Helaba insgesamt etwas besser als erwartet ausgefallen. Die Erwartungskomponente sei zwar den sechsten Monat in Folge rückläufig. Der Anstieg der Lageeinschätzung überkompensiere dies jedoch, so dass sich eine "leicht freundliche Indikation für den kommenden ifo-Geschäftsklimaindex ergibt". Das Erholungsszenario für die deutsche Wirtschaft bleibe intakt, wenngleich das Risiko einer "abflachenden Erholungsdynamik" zunehme.
Den wichtigsten Impulsgeber des Tages stellt, allerdings nach Handelsschluss in Europa, die geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve dar. Angesichts des weiter schwächelnden Arbeits- und Immobilienmarkts der größten Volkswirtschaft der Welt gehen Beobachter nicht davon aus, dass die US-Notenbank bereits jetzt an der Zinsschraube drehen wird.
Auch dass die Währungshüter um Präsident Ben Bernanke den Märkten abermals für einen längeren Zeitraum billiges Geld zusagen werden, gilt als wahrscheinlich. Allerdings könnte sich im Kommunique der Fed zeigen, dass der Widerstand gegen den Passus "extended period", also gegen eine großzügige Versorgung mit Liquidität über einen langen Zeitraum, im Offenmarktausschuss der Fed zugenommen hat.
Am Mittag zeichnet sich ein bereits bekanntes Bild ab, wenn es am Aktienmarkt nach oben geht. Es sind wie gewöhnlich die als zyklisch eingestuften Sektoren, die die Aufwärtsbewegung anführen. "Viele Investoren bewegen sich momentan nur noch in Sektoren", so ein Marktteilnehmer. Bei steigender Risikobereitschaft flössen Mittel in den Rohstoffsektor, in Automobilaktien und in Finanzwerte, gegeben würden dagegen die defensiven Sektoren wie Telekommunikation und Pharma. Während der Banken- und der Rohstoff-Index um jeweils rund 1% zulegen, verlieren die Telekomtitel 0,1% und die Pharmawerte bleiben mit einem Plus von 0,3% hinter dem Gesamtmarkt zurück.
Das schwierige Wirtschaftsumfeld hat der Österreichischen Post im vergangenen Jahr einen Umsatz- und Gewinnrückgang beschert. Die Umsätze gaben um 3,5% auf 2,357 Mrd EUR nach, das EBIT brach um 11,9% auf 149,4 Mio EUR deutlich stärker ein. Die Rezession habe für verstärkten Druck auf Brief- und Paketumsätze gesorgt, erklärte das Unternehmen. Für 2009 will der Vorstand der Hauptversammlung am 22. April 2010 eine Dividende von 1,50 EUR pro Aktie vorschlagen. Die Aktie verliert 1,4% auf 20,79 EUR.
Nach der jüngsten überdurchschnittlichen Entwicklung der L'Oreal-Aktie haben die Analysten von Nomura die Einstufung auf "Reduce" nach "Neutral" gesenkt. Der Titel werde mit einem zweistelligen Aufschlag zum Sektor gehandelt und preise eine kräftige Erholung im ersten Halbjahr ein. Die Analysten sehen nun ein Abwärtsrisiko. Die Investitionen in Marken seien zu begrüßen, doch bestehe die Sorge, dass sich der Ertrag aus den Werbeaufwendungen angesichts des verschärften Wettbewerbs im unteren Bereich der Zahlen von 2009 bewegen dürfte. L'Oreal verlieren 0,2% auf 77,79 EUR. (© Dow Jones)




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