Autoindustrie tritt aufs Gaspedal
veröffentlicht am 16.03.2010

Dank steigender Exporte geht es für die deutsche Autoindustrie in diesem Jahr wieder kräftig aufwärts. Das Münchner ifo Institut erwartet einen Anstieg der Fahrzeugproduktion um 8,5 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2009, wie es am Dienstag in München mitteilte. Das Wachstum verdanke die Branche ausschließlich den Verkäufen ins Ausland.
München - Dank steigender Exporte geht es für die deutsche Autoindustrie in diesem Jahr wieder kräftig aufwärts. Das Münchner ifo Institut erwartet einen Anstieg der Fahrzeugproduktion um 8,5 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2009, wie es am Dienstag in München mitteilte. Das Wachstum verdanke die Branche ausschließlich den Verkäufen ins Ausland. Trotz des Anstiegs liegt die Industrie aber noch unter dem Vorkrisenniveau. 2009 war die Produktion um 10,3 Prozent eingebrochen.
Das ifo Institut erwartet beim Export einen deutlichen Anstieg um rund 20 Prozent. 2009 waren die Ausfuhren um 29,6 Prozent eingebrochen. Im Inland sieht es dagegen düster aus. Hier erwartet das ifo nach dem Boom durch die Abwrackprämie einen Einbruch des Absatzes der in Deutschland hergestellten Autos um 18 Prozent. Dass sich unterm Strich dennoch ein deutliches Plus von 8,5 Prozent ergibt, liegt daran, dass drei von vier in Deutschland hergestellte Autos im Ausland verkauft werden.
«Viele Deutsche haben in 2009 den geplanten Autokauf vorgezogen. Diese Nachfrage fehlt im laufenden Jahr», erklärte ifo Wissenschaftler Reinhard Hild. Dies werde gerade die Volumenhersteller treffen. Der Absatz der ausländischen Hersteller von Klein und Mittelklassewagen werde noch stärker einbrechen als der der deutschen Firmen, erklärte das ifo Institut. Diese hätten 2010 aber auch am stärksten von der Abwrackprämie profitiert.
Für 2011 erwarten die Wirtschaftsforscher eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Die inländische Autoproduktion werde um 9,5 Prozent auf 5,9 Millionen steigen. Der Export werde dann um 8,0 Prozent wachsen, der Inlandsabsatz um 14 Prozent.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) berichtete am Dienstag von teils boomenden Automärkten im Ausland und sinkenden Absätzen im Inland. So sei der chinesische Automarkt in den ersten beiden Monaten des Jahres um 85,4 Prozent auf 1,78 Millionen Fahrzeuge gewachsen und liege damit um rund ein Fünftel über dem US-Markt. Dieser legte in den ersten beiden Monaten 9,9 Prozent auf 1,47 Millionen Einheiten zu.
In Europa stieg der Absatz seit Jahresbeginn um 8,1 Prozent auf 2,09 Millionen Fahrzeuge. Während der Verkauf in Deutschland zurückging, legten vor allem die anderen westeuropäischen Länder zu. (© AP)




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