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16. März 2010

Nach drei Monaten: Sansibar hat wieder Strom



Stone Town - «Wir appellieren an die Regierung sicherzustellen, dass ein vergleichbares Problem nicht wiederkehrt», erklärt Abdallah Abasi, Chef der Handelskammer von Sansibar. Ein vergleichbares Problem? Genau drei Monate war die exotische Gewürzinsel 50 Kilometer vor der ostafrikanischen Küste ohne Saft. Wegen einer Panne im Kraftwerk Fumba war das Unterseekabel nach Tansania, das Sansibar wie eine Nabelschnur mit Strom versorgt, gekappt.

In der heißesten Jahreszeit mussten Einwohner und Touristen des Tropenparadieses ohne Ventilatoren, ohne Klimaanlagen, ohne elektrisches Licht auskommen. Hinzu kam eine kritische Trinkwasserknappheit. Für die Tourismusbranche, wichtigste Einnahmequelle der Insulaner, eine Katastrophe. Doch von Wut auf die Regierung, von Protesten, Unruhen keine Spur. «Hakuna Matata», sagt Jonathan noch wenige Tage vor dem Ende des Blackouts. «Keine Probleme». Das ist das Inselmantra. «Wir warten einfach, bis der Strom wieder da ist.»

Jonathan führt Touristen durch die beiden erhaltenen Zellen des Sklavenmarktes an der Creek Road. Eineinhalb Meter niedrige Steinverliese, in die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts je bis zu 40 Männer, Frauen und Kinder gepfercht wurden, bis sie für die Sklavenarbeit auf Madagaskar oder Réunion weiterverkauft wurden. Bis zu 150 Menschen wurden auf dem Sklavenmarkt pro Tag umgeschlagen wie Vieh. Normalerweise stehen die Touristen vor dem St. Monica's Hostel, durch das man in die Verliese gelangt, Schlange. «Seit Beginn des Blackouts läuft das Geschäft schlecht», sagt Jonathan. «Inshalla.»

Die Gelassenheit der Sansibari ist schwer zu begreifen. «Auf dem Festland hätten sie längst einen Aufstand gemacht», sagt ein deutscher Diplomat. Nicht so auf der halbautonomen Inselgruppe. Der Diplomat vermutet bei den Insulanern eine Mischung aus Resignation und der bewundernswerten Gabe, Probleme schlicht zu ignorieren.  weiterlesen >>


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