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16. März 2010

Missbrauchskandal im Erzbistum München hat personelle Konsequenzen



München - Der umstrittene Einsatz eines als pädophil bekannten Priesters im Erzbistum München hat zu personellen Konsequenzen geführt. Der Mann wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, wie das Ordinariat am Montag mitteilte. Zudem trat der Leiter des Seelsorgereferates, Prälat Josef Obermaier, zurück. Er übernehme «damit die Verantwortung für gravierende Fehler in der Wahrnehmung seiner Dienstaufsicht», erklärte das Ordinariat.

Der Priester H. war 1986 wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden, wurde aber danach aber wieder in Gemeinden eingesetzt. Seine jetzige Suspendierung begründete das Ordinariat damit, dass er sich nicht an die ihm von der Kirche gemachte Auflage gehalten habe, nicht in der Kinder- und Jugendarbeit tätig zu werden. Das Ordinariat betonte zudem, dass es seit der Verurteilung es Mannes keine Hinweise auf neuerliche Missbrauchsfälle gebe.

Im Zusammenhang mit dem Fall des Priesters ist auch Papst Benedikt XVI. in die Kritik geraten. 1980, als er unter seinem Namen Joseph Ratzinger Kardinal in München war, hatte der heutige Papst dem Umzug des bereits damals als pädophil aufgefallenen Priesters von Essen nach München und dessen Unterbringung in einem Pfarrhaus zugestimmt, wie vergangene Woche bekannt wurde. Der Mann sollte zur Therapie nach München kommen, wurde aber wieder in der Seelsorge eingesetzt. Von letzterem soll Ratzinger laut Ordinariat aber nichts gewusst haben.


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