Weitere Karstadt-Vermieter zu Zugeständnissen bereit
veröffentlicht am 15.03.2010

Weitere Zugeständnisse der Karstadt-Vermieter könnten die Investorensuche für die insolvente Kaufhauskette erleichtern. Nach einem Bericht der «Welt» wollen die Zeichner des Oppenheim-Esch-Fonds auf ein Drittel ihrer Mietforderungen von zuletzt 33,5 Millionen Euro verzichten. Erstmals könnten bei fallendem Umsatz in den Warenhäusern künftig auch die Miete sinken.
Essen - Weitere Zugeständnisse der Karstadt-Vermieter könnten die Investorensuche für die insolvente Kaufhauskette erleichtern. Nach einem Bericht der «Welt» wollen die Zeichner des Oppenheim-Esch-Fonds auf ein Drittel ihrer Mietforderungen von zuletzt 33,5 Millionen Euro verzichten. Erstmals könnten bei fallendem Umsatz in den Warenhäusern künftig auch die Miete sinken. Der Sprecher des Insolvenzverwalters erklärte am Montag auf DAPD-Nachfrage, dass die Karstadt-Vermieter ebenfalls ihren Sanierungsbeitrag geleistet hätten. Zu näheren Zahlen äußerte er sich nicht.
Oppenheim-Esch wollte den Bericht nicht kommentieren. Den Fonds der Gesellschaft gehören vier Karstadt-Häuser, darunter das Oberpollinger in München. Bereits bekanntgeworden war, dass die Investoren des Hauptvermieters Highstreet, einer Tochter der US-Bank Goldman Sachs, auf vertraglich vereinbarte Mieterhöhungen in Höhe von 150 Millionen Euro verzichtet haben sollen.
Hohe Mieten galten als ein Grund für die Insolvenz von Karstadt und des Mutterkonzerns Arcandor im vergangenen Juni. Frühere Versuche, die Mietbelastung zu reduzieren, waren gescheitert. Der «Welt» zufolge hat der Insolvenzverwalter nun jedoch das Druckmittel des außerordentlichen Kündigungsrechtes gegenüber den Vermietern.
Der Insolvenzplan für die zahlungsunfähige Kaufhauskette soll nach Angaben des Sprechers spätestens am (morgigen) Dienstag dem zuständigen Amtsgericht in Essen vorgelegt werden. Die Schließung von 13 Filialen sowie ein Sanierungsbeitrag der Beschäftigten in dreistelliger Millionenhöhe stehen schon seit einiger Zeit fest. Wenn es nicht gelingt, einen Käufer für die verbleibenden 120 Karstadt-Warenhäuser in ganz Deutschland zu finden, droht dennoch die Zerschlagung des Konzerns.
Im Februar hatte der Sprecher des Insolvenzverwalters mitgeteilt, dass sechs Kaufinteressenten damit begonnen haben, die Bücher des Unternehmens zu prüfen. Der Verkaufsprozess könne möglicherweise im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden, sagte der Sprecher am Montag. Den zum Teil in den Medien kursierenden Termin 31. Mai wollte er nicht bestätigen.
Nach Informationen des «Handelsblatts» soll der teilweise als Favorit für eine Komplettübernahme genannte Private-Equity-Investor Permira inzwischen kein Interesse mehr an Karstadt haben. Wenn der Versuch eines Verkaufs sämtlicher nicht zur Schließung vorgesehenen 120 Warenhäuser mit ihren mehr als 25.000 Beschäftigten in ganz Deutschland misslingt, müssen die Gläubiger von Karstadt wahrscheinlich mit einer entsprechend niedrigen Quote aus der Insolvenzmasse rechnen.
Im Fall einer Zerschlagung des Kaufhauskonzerns könnten die Konkurrenten Metro und Otto wieder auf den Plan treten, die bereits Interesse an Teilen des Unternehmens signalisiert haben. Metro-Chef Eckhard Cordes hatte erklärt, nicht für Karstadt als Ganzes bieten zu wollen. Metro sei einzig an einer nennenswerten Anzahl von Häusern interessiert, sagte er einem Interview zufolge. (© AP)




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