Tarifrunde in Chemie-Industrie: Arbeitgeber wollen nicht mehr Lohn zahlen

veröffentlicht am 15.03.2010


Vor Beginn der Tarifrunde in der Chemie-Industrie haben die Arbeitgeber Forderungen nach mehr Geld zurückgewiesen. Angesichts der Krise der Industrie wären Entgeltsteigerungen fehl am Platz, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Chemie-Arbeitgeberverbands BAVC, Hans Paul Frey, am Montag in Wiesbaden. Mit regionalen Verhandlungen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland beginnt am (morgigen) Dienstag die Tarifrunde für die bundesweit rund 550.000 Beschäftigten.

 

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Wiesbaden - Vor Beginn der Tarifrunde in der Chemie-Industrie haben die Arbeitgeber Forderungen nach mehr Geld zurückgewiesen. Angesichts der Krise der Industrie wären Entgeltsteigerungen fehl am Platz, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Chemie-Arbeitgeberverbands BAVC, Hans Paul Frey, am Montag in Wiesbaden. Mit regionalen Verhandlungen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland beginnt am (morgigen) Dienstag die Tarifrunde für die bundesweit rund 550.000 Beschäftigten.


Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) fordert den Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen sowie eine angemessene und spürbare prozentuale Entgelterhöhung; beziffert hat die Gewerkschaft ihre Forderung bislang nicht. Die IG BCE will zudem über weitere Zahlungen in besonders florierenden Unternehmen verhandeln.


BAVC-Hauptgeschäftsführer Frey erklärte, die Forderungen nach mehr Geld und sicheren Jobs passten insbesondere angesichts der Krise nicht zusammen: «Die Chemie-Branche musste den stärksten Produktionseinbruch seit Jahrzehnten verkraften. Zwar ist die Talsohle mittlerweile durchschritten, doch sind die Folgen der Krise noch lange nicht überwunden. Das Vorkrisenniveau werden wir nicht vor 2012 erreichen.»


Frey verwies zudem auf hohe Kosten der Kurzarbeit. Unter anderem wegen tariflicher Zuschläge zum Kurzarbeitergeld seien den Firmen Kosten von einer Viertel Milliarde Euro entstanden. Deshalb stünden die Zuschläge nun auf dem Prüfstand. Frey erklärte, es seien schwierige Verhandlungen zu erwarten: «Wer jetzt höhere Kosten durchboxen will, setzt Arbeitsplätze aufs Spiel.»


Nach den Verhandlungen für die Beschäftigten in Rheinland-Pfalz und dem Saarland beginnen die Gespräche auch in den anderen Tarifbezirken. Am 20. April soll es dann erstmals zu zentralen Verhandlungen kommen.  (© AP)



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