Vertrauenswürdigkeit der Kirche "schwerbeschädigt"
veröffentlicht am 15.03.2010

Nach den Missbrauchsfällen an katholischen Einrichtungen sieht Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse die Vertrauenswürdigkeit der Kirche als schwerbeschädigt an. Die Kirche müsse ehrlicher sein, das gelte auch für den Papst, mahnte der SPD-Politiker, der auch Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken ist, am Montag im ARD-Morgenmagazin. Den Opfern diene man vor allem dann, wenn Kirchen, Schulen und Gesellschaft mit diesen Verbrechen offen umgingen und ernsthaft über Konsequenzen diskutierten.
Berlin - Nach den Missbrauchsfällen an katholischen Einrichtungen sieht Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse die Vertrauenswürdigkeit der Kirche als schwerbeschädigt an. Die Kirche müsse ehrlicher sein, das gelte auch für den Papst, mahnte der SPD-Politiker, der auch Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken ist, am Montag im ARD-Morgenmagazin. Den Opfern diene man vor allem dann, wenn Kirchen, Schulen und Gesellschaft mit diesen Verbrechen offen umgingen und ernsthaft über Konsequenzen diskutierten.
Natürlich müsse im Bundestag über Verjährungsfristen diskutiert werden, sagte Thierse. Allerdings müsse man vorsichtig damit umgehen, da diese Fristen «ein hohes rechtsstaatliches Gut» seien. Die Debatte über die Aufhebung des Zölibats hält Thierse für unangemessen. Es gebe keinen automatischen Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindesmissbrauch, meinte er. (© AP)
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